Helsa: Autoren geben unbekannte Einblicke den Basaltsteinabbau

Schauplatz einer spannenden Geschichte: Die Seilbahn bei Helsa, die Ende der 1920er erbaut wurde. Foto: privat

Helsa. Von dem Schauplatz eines waghalsigen Diebstahls sind heute nur noch ein paar Steinfundamente im Stiftswald bei Helsa zu sehen.

1933 standen darauf die Träger für eine Seilbahn, die hinauf zum Basaltsteinbruch führte.

Dass über die kleinen Gondeln nicht nur die Steine hinunter ins Tal, sondern auch die Lohntüten für die Arbeiter hinauf zum Steinbruch gebracht wurden, machten sich mutige Diebe zunutze.

Sie kletterten auf einen der Seilbahnmasten und klauten die Löhne in Höhe von 1300 Mark. Eine von vielen spannenden Geschichten, die Andreas Röder und Rainer Worbes in ihrem neuen Buch über die fast hundertjährige Geschichte des Basaltsteinabbaus in Helsa erzählen.

Das mehr als 200 Seiten starke Werk mit fast 200 Fotos und Zeichnungen kann selbst auf eine längere Geschichte zurückblicken. 16 Jahre lang arbeiteten die Autoren mit dem Geschichtsverein Helsa zusammen, um all die Fakten, Bilder und Geschichten zu sammeln. „Es hat lange gedauert, aber herausgekommen ist ein Stück Kultur- und Industriegeschichte der Region“, sagt Gerd Vogelsang, Vorsitzender des Geschichtsvereins.

Besonders erfreulich sei dabei, dass mit dem Buch ein Thema aufgegriffen werde, das der Verein in seinen rund 50 veröffentlichten Broschüren bisher noch nicht aufarbeiten konnte.

Forschen im Archiv: Andreas Röder (von links), Gerd Vogelsang und Rainer Worbes. Foto: Brück

Dass die beiden Autoren sich im Archiv des Geschichtsvereins trafen, war dabei purer Zufall. Eisenbahn-Fan Röder aus Göttingen hatte ursprünglich Informationen über die Feldbahn gesucht, die beim Basaltabbau zum Einsatz kam. Der ehemalige Lehrer Worbes aus Kassel beschäftigte sich mit dem Basaltabbau, den er schon seinen Schulklassen nähergebracht hatte. „Ich war als Kind bereits öfter in Helsa und kenne mich daher in der Umgebung aus“, sagt Worbes.

Zusammen mit vielen Bildern, die Röder zum Teil im Marburger Staatsarchiv gefunden hat, sind durch die Expertise der Autoren bisher unbekannte Einblicke in den Basaltabbau bei Helsa entstanden. Der Leser erfährt nicht nur viele historische Hintergründe, sondern wird auch in die Technik der verwendeten Geräte und Eisenbahnen eingeführt. Dabei haben die Autoren immer auch die Menschen im Blick, von denen die harte Arbeit im Steinbruch verrichtet wurde - der erste Bagger kam erst nach dem Zweiten Weltkrieg zum Einsatz. „Uns war auch wichtig, darzustellen, wie gefährlich die Arbeit war“, sagt Röder. Zahlreiche Zeitungsberichte, die im Buch abgedruckt sind, erzählen daher eine traurige Geschichte voller schwerer Unglücke und Todesfälle. Zusammen mit den teils kuriosen Erzählungen, wie dem Lohnraub, entsteht so eine spannende und unterhaltsame Lektüre.

Buchvorstellung 

Am Dienstag, 24. Mai, wird das Buch „Basaltabbau im Stiftswald bei Helsa“ ab 19 Uhr im Saal des Gemeindezentrums von den Autoren vorgestellt. Begleitet wird die Vorstellung von einem Bildvortrag. Der Eintritt ist frei. Das Buch kann in jeder Buchhandlung, beim Geschichtsverein Helsa oder bei der Interessengemeinschaft Eichenberger Waldbahn für 30 Euro erworben werden.

www.geschichtsverein-helsa.de

www.eichenberger-waldbahn.de

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