650.000-Euro-Projekt

Helsa: Gemeindehaus wird ab September komplett saniert

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Sattel- statt Flachdach: Das neue Gemeindehaus wird sich besser in die umgebende Bebauung einpassen, sich mit schlichter weißer Fassade aber nicht dem vorherrschendem prächtigen Fachwerk anbiedern.

Helsa. Für die evangelische Kirchengemeinde Helsa kam gestern ein lange Jahre währender Kampf um die Sanierung ihres Gemeindehauses zu einem glücklichen Ende.

Landrat Uwe Schmidt übergab Pfarrer Matthias Friedrich einen Förderbescheid über 200.000 Euro aus dem Dorfentwicklungsprogramm. Außerdem übernimmt das Land auch die Planungskosten von knapp 45.000 Euro.

Damit ist die letzte Finanzierungslücke des 650.000-Euro-Projektes geschlossen. Mit im Boot sind auch die Landeskirche von Kurhessen-Waldeck, der Kirchenkreis Kaufungen, der evangelische Gemeindeverband Helsa und natürlich die Gemeinde selbst, die über Konzerte, Kabarett-Veranstaltungen, Aktionen und Spenden 25 500 Euro zusammentrug.

Am 1962 erbauten Gemeindehaus haben die Jahrzehnte schwere Schäden hinterlassen: Wände haben sich gesetzt, das Flachdach ist undicht, in feuchten Wänden hat sich Schimmel angesiedelt. Die Wärmedämmung ist ein Witz, die Faltwand zwischen den beiden Sälen ist nur von starken Männern zu bewegen. Viel Arbeit also für den Kaufunger Architekten Joachim Döring, der gestern die geplanten Arbeiten vorstellte. Danach soll Anfang September mit den Abrissarbeiten begonnen werden. Das Gebäude wird dabei komplett entkernt, sodass eigentlich nur die Bodenplatte und einige Wandteile im Rohbau übrig bleiben.

Ab Dezember beginnt dann der Neuaufbau. Der jetzige Grundriss wird weitgehend erhalten, allerdings wird der große Saal auf Kosten des kleineren erweitert. Eine schalldichte mobile Wand wird für eine flexible Nutzung sorgen. Von der neuen, größeren Küche gibt es einen direkten Zugang zum Saal, in dem die Balkenkonstruktion des neuen Satteldaches zu sehen sein wird und bei dem Döring besonderen Wert auf eine gute Akustik legen will.

Zur Straße hin werden großflächige Schallschutzfenster eingebaut, zum Garten hin gläserne Schiebetüren. Auch der Kanal am Gebäude soll überprüft werden, um die heute häufig auftretende Geruchsbelästigung zu beheben. Die Toiletten werden vergrößert und auch für Behinderte nutzbar sein, auch der neue Eingangsbereich wird mit Rollstuhl und Rollator befahrbar sein. Der Architekt rechnet mit einer Bauzeit von zehn Monaten, sodass das neue Gemeindehaus Ende Sommer, Anfang Herbst 2017 bezugsfertig sein sollte.

Dekanin Carmen Jelinek hatte darin erinnert, dass im Bereich der Landeskirche Gemeindehäuser eher geschlossen als saniert würden. Dass dies in Helsa anders sei, sei dem besonderen Engagement der Gemeinde geschuldet. „Die Kirchengemeinden Helsas brauchen ein Haus in der Mitte, ein gedankliches Zentrum“, sagte die Dekanin.

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