Appell an das Verkehrsministerium

Helsas Bürgermeister fordert: Baut die A44 endlich weiter

B7 in Richtung Kaufungen an der Kreuzung Leipziger Straße in Papierfabrik Nur Anlieger-Lkw dürfen die B7 nutzen Lkw-Durchgangsverkehr muss die Autobahn benutzen.

Helsa. „Ich sehe ein Fiasko auf uns zukommen“, sagt Tilo Küthe (SPD). Damit meint er vor allem den Lkw-Lärm, den Helsas Bürger möglicherweise schon ab 2020 ertragen müssen, sollte nicht rechtzeitig mit dem Bau des A44-Tunnels Helsa begonnen werden.

„Für die Gemeinde Helsa fordere ich den zügigen Weiterbau der A 44 – zumindest bis zum Kaufunger Berg“, teilt Küthe schriftlich mit. Damit einhergehend fordert er eine zeitnahe Festlegung auf den künftigen Streckenverlauf. 

Hintergrund seiner Forderung ist seine Befürchtung, dass ab 2020, wenn der Hirschhagen-Tunnel fertiggestellt sein soll, mit wesentlich mehr Verkehr auf der Bundesstraße 7 zu rechnen ist. Denn der gesamte Verkehr, der aus dem Hirschhagen-Tunnel herauskommt, muss dann weitergeleitet werden – inklusive der Lastwagen, für die aus Lärmgründen ein Durchfahrtsverbot gilt. Da die Kreisstraße 7 für Lkw-Durchfahrten ungeeignet ist, fließe der Verkehr dann auf die Bundesstraße 7. „Wir müssen logischerweise davon ausgehen, dass mit fortschreitender Fertigstellung der Streckenabschnitte auch immer mehr Nutzer diese Autobahn befahren.“ 

Tilo Küthe

Laut Verkehrsministerium seien bis 2022/23 alle Streckenabschnitte der A 44 für den Verkehr freigegeben – alle, bis auf die Strecke zwischen Helsa-Ost und Kassel-Ost. Für „eine große Anzahl Reisender, sowie für Lastwagen“ aus Richtung Osten sei die Strecke dann interessant. Bei einer Verkehrszählung aus dem Jahr 2015 seien in dem Bereich rund 15.000 Fahrzeuge gezählt worden, darunter etwa 2500 Lastwagen. „In der Prognose für das Jahr 2030 geht man nach Fertigstellung der A 44 im Bereich Helsa von 29.100 Autos und 10.900 Lastwagen aus“, so Küthe. 

Orientiert an der geplanten Bauzeit des Abschnitts von Helsa-Ost bis Kassel-Ost (VKE 11, das steht für Verkehrskosteneinheit) von fünf bis sechs Jahren, müsse umgehend mit dem Weiterbau der A 44 im Bereich Helsa begonnen werden. Auch, weil sich die Bauzeit aufgrund von Genehmigungsvorhaben, Grunderwerb und eventueller Klagen zusätzlich verzögern könnte. 

Vorschlag: Streckenabschnitt abteilen

Der Bürgermeister schlägt vor, den Bereich der künftigen A 44, der die Gemeinde Helsa direkt betrifft, von dem Abschnitt 11 zwischen Helsa-Ost und Kassel-Ost abzutrennen. Auf diese Weise könne der Bau des 1,8 Kilometer langen Tunnels Helsa schneller angegangen werden. Der Tunnel würde den von der Autobahn ausgehenden Lärm dämmen. Andernfalls würden die Lastwagen, die bei Helsa-Ost den Tunnel Hirschhagen verlassen, auf die B 7 ausweichen – Lärm wäre für die Helsaer vorprogrammiert.

Das sagt das Ministerium

• Auf HNA-Anfrage teilt das Verkehrsministerium mit, der Termin für den Weiterbau der Autobahn 44 bei Helsa lasse sich nicht vorhersagen. Der Baustart sei abhängig von einem „Planfeststellungsbeschluss mit Bestand“ und davon, dass der Bund „als Bauherr die finanziellen Mittel zur Verfügung stellt“. 

• Die Straßenbaubehörde Hessen Mobil habe eine umfassende Übersicht mehrerer Varianten und ihrer Bewertungen erstellt. Bewertet wurden die Varianten unter anderem nach verkehrliche Wirkungen, Wirtschaftlichkeit und Auswirkungen auf Mensch, Natur und Umwelt. 

• Das Dialogverfahren mit den Anrainerkommunen könne erst dann fortgesetzt werden, wenn das Bundesverkehrsministerium über eine Einhausung der A 44-Trasse bei Kaufungen entschieden habe. 

• Auf Bürgermeister Küthes Vorschlag, aus dem Abschnitt VKE 11 zwischen Helsa-Ost und Kassel-Ost den Teil bei Helsa herauszulösen, um schneller mit dem Bauarbeiten am Tunnel Helsa beginnen zu können, sei verfahrensrechtlich problematisch: „Er hätte zur Folge, dass die Planunterlagen angepasst und ein neuer Anschluss an die Bundesstraße B 7 westlich von Helsa geplant werden müssten. 

• Im Ergebnis brächte die Teilung keine Zeitersparnis, auch nicht für den Tunnel Helsa. Die Folge wäre vielmehr erhöhter Aufwand an Zeit und Kosten.“ Das Bundesverkehrsministerium würde dem laut Hessischem Ministerium nicht zustimmen.

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