Lossetalbahn wird für Kommunen deutlich teurer

Zusschuss steigt: Kaufungen zahlt jährlich über eine halbe Million Euro für die Straßenbahnanbindung. Für 2013 und 2014 werden weitere 75 000 Euro fällig. Archivfoto:  Wohlgehagen

Kaufungen/Helsa. Rund 100.000 Euro muss die Gemeinde Helsa jedes Jahr für den Betrieb der Straßenbahn im Lossetal an die Regionalbahn Kassel (RBK) zahlen. Doch mit dem Zuschuss in dieser Höhe, der vertraglich vereinbart ist, kommt das von der Hessischen Landesbahn (HLB) und der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG) getragene Unternehmen nicht mehr aus.

Für die Jahre 2013 und 2014 muss das unter dem Schutzschirm des Landes stehende Helsa deshalb tiefer in die Tasche greifen. Rund 20.000 Euro muss die Gemeinde nach Auskunft von Bürgermeister Tilo Küthe (SPD) nun zusätzlich aufbringen.

Zwar ist der Verwaltungschef darüber nicht begeistert, doch steht eine Einschränkung des Angebots für ihn nicht zur Debatte. Der Wohnstandort Helsa profitiere ganz erheblich von dem Straßenbahnanschluss, sagte Küthe, „auch wenn die Mehrkosten natürlich wirtschaftlich darstellbar sein müssen“.

Was für das Betriebsjahr 2015 auf die Kommunen entlang der Lossetalstrecke zukommt, steht aktuell noch nicht fest. In Kaufungen (jährlicher Straßenbahnzuschuss: rund 500 000 Euro) wird das Parlament in der kommenden Woche über die Ausgleichsbeiträge entscheiden. Für die Jahre 2013 und 2014 werden dort gut 75 000 Euro fällig.

Die Verwaltung hat die Summen prüfen lassen und kommt zu dem Ergebnis, dass die Forderungen der RBK juristisch korrekt und noch nicht verjährt sind. Auch in Großalmerode, Hess. Lichtenau und der Großstadt Kassel beschäftigt man sich aktuell mit zusätzlichen Forderungen. Die Betriebszuschüsse aller fünf Kommunen und des Nordhessischen Verkehrs-Verbunds (NVV) beliefen sich nach Auskunft von KVG-Sprecher Ingo Pijanka 2014 auf insgesamt 2,48 Millionen Euro.

Warum aber fallen die zusätzlichen Kosten an? KVG-Sprecher Pijanka verweist auf die „vergleichsweise alte Infrastruktur“, die Reparaturen und Nachbesserungen, beispielsweise an Weichen und Gleisen notwendig mache. Außerdem seien die Kosten für den Unterhalt der Straßenbahnen und lange Zeit auch die Energiekosten gestiegen.

Um die Kostenbelastung zu reduzieren, werbe man um mehr Fahrgäste, sagte Pijanka.

Wie berichtet, untersucht man bei der RBK beziehungsweise bei der KVG seit Jahren, wie die Strecke durch eine Verkürzung der Fahrzeit attraktiver gemacht werden kann. Im Gespräch ist dabei auch die Reaktivierung der seinerzeit nach nur anderthalb Jahren stillgelegten Expressstrecke bei Kaufungen.

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