Lieferung für den Windpark Hausfirste: Flügel sorgten für Trubel

Schwertransport blockierte B7 bei Helsa 

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Mitten in Helsa: Für den Transport der Rotorblätter mussten in der Nacht zu Mittwoch sogar Schilder abgebaut werden. 

Helsa. Die Lieferung von Teilen für den Windpark Hausfirste erforderte die Sperrung der B 7. Drei Großraumschwertransporte fuhren die Rotorenblätter vorsichtig auch durch Helsa.  

Der Himmel über Helsa ist sternenklar, als Axel Rausch um kurz nach ein Uhr das Blaulicht eines Polizeiwagens auf der Berliner Straße in Helsa erblickt. Der 13-Jährige steht zirka hundert Meter entfernt auf der gesperrten Leipziger Straße. Gemeinsam mit Vater Markus Rausch wartet er seit 45 Minuten auf drei Großraumschwertransporte.

Begleitet von drei Polizeiwagen kommen sie eine halbe Stunde später als erwartet in Helsa an. Sie sind auf dem Weg zum Windpark Hausfirste. Dort entstehen seit Oktober 2015 zehn Windkraftanlagen. Investor ist das Energieversorgungsunternehmen Entega (ehemals HSE) mit Sitz in Darmstadt.

Damit der Bau weitergehen kann, befördert jeder Schwertransporter einen 51 Meter langen Flügel. Tagsüber ruhten die überdimensionalen Lastwagen an einer A 7-Raststelle bei Göttingen, bevor sie abends Richtung Helsa aufbrachen: „Die Großraumschwertransporte sind insgesamt über 70 Meter lang. Daher dürfen sie nur nachts zwischen 22 und 6 Uhr fahren“, sagt Lutz Hildebrand von der Firma Buchholz.

Gemeinsam mit drei Kollegen ist Hildebrand dafür verantwortlich, dass in Helsa kein Verkehrsschild den Konvoi behindert. Zudem deckten sie den Bürgersteig an der Berlinger Straße im Kreuzungsbereich zur Leipziger Straße zum Schutz mit Platten ab. Denn in der 90-Grad-Kurve wird es für die Schwertransporte besonders eng.

Bevor der Konvoi in Helsa ankommt, biegen die Kraftfahrzeuge eine Stunde zuvor von der Autobahn 7 auf die Bundesstraße 7 ab. Von dort geht es zunächst an Helsa vorbei in den benachbarten Ortsteil Eschenstruth: „Die Fahrer müssen dort wenden. Die Kurve am Ortseingang von Helsa wäre aus Richtung der A 7 viel zu scharf“, sagt Edgar Alainis vom Ordnungsamt. Dass der Schwertransport durch Helsa führt, habe er auf Nachfrage von der Spedition erfahren. „Das ist eine nächtliche Attraktion“, sagt er, wenn auch die meisten Anwohner den Kraftakt gar nicht mitbekommen würden.

Hier werden 60 Millionen Euro investiert: Das Darmstädter Unternehmen Entega lässt seit Oktober 2015 den Windpark Hausfirste bauen. Die Windräder sind von der Firma Enercon. 

Für das Wendemanöver ist die B 7 zwischen Eschenstruth und Helsa eine Stunde lang gesperrt. Auch in Helsa sind die Nebenstraßen der Berliner Straße dicht. Die Schwertransporte brauchen viel Platz, den sie an der Kreuzung nicht haben.

Mit viel Ruhe und Geschick rangieren die Fahrer langsam die Schwertransporte nacheinander um die Kurve, wo Berliner und Leipziger Straße ineinander übergehen. Letztlich verläuft die Fahrt problemlos. Nach nicht einmal 20 Minuten ist das Spektakel vorbei. Die drei Schwertransporter haben die Kurve passiert und fahren weiter zum Windpark. Als Axel den Ort des Geschehens mit seinem Vater gegen 1.30 Uhr verlässt, baut Hildebrand mit seinem Kollegen die Straßenschilder wieder auf. Nach wenigen Minuten sieht die Kreuzung wieder wie immer aus. Als wäre nichts passiert.

Hintergrund: Zwei Anlagen sind schon fertig 

Das Energieversorgungsunternehmen Entega (ehemals HSE) mit Sitz in Darmstadt investiert rund 60 Millionen Euro in den Windpark Hausfirste. Zehn Windräder vom Typ Enercon E-115 entstehen hier. Acht Betontürme mit Fundamenten stehen bereits. Zwei Anlagen sind komplett fertig, an einer davon wurde laut Entega bereits mit der Inbetriebnahme begonnen. Eine dritte Anlage soll bis Mitte kommender Woche fertig sein. An dem Projekt sind circa 50 Firmen aus der Region beteiligt. Zwischen 25 und 50 Mitarbeiter sind täglich vor Ort. Im September sollen die ersten Räder ihren Betrieb aufnehmen. Der Abschluss der Arbeiten inklusive Rückbau und Begrünung ist für Frühling 2017 vorgesehen. Die Windräder sollen jährlich rund 80 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Die CO2-Einsparung beträgt jährlich circa 500 000 Tonnen. Fünf Hektar werden dauerhaft für die Windkraftanlagen des Windparks in Anspruch genommen. (gsk/ali)

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