Noch sind Holzbestände auf Lager

Holzernte: Das Warten auf den Frost

Hinterlässt Spuren: Der Einsatz von Rückezügen auf weichem Grund schädigt den Waldboden. Unser Foto entstand auf dem Langenberg bei Baunatal-Großenritte. Foto: Wiesemann

Kreis Kassel. Der Winter ist Erntezeit im Wald. Normalerweise werden bei durchfrorenem Boden Baumstämme über Wege transportiert, ohne dass diese Schaden nehmen.

Doch bislang ist der Winter ausgeblieben, und das erschwert die Holzernte im Landkreis Kassel. „Wir stellen, wenn möglich, das Rücken zurück“, sagt Uwe Zindel, Leiter des Forstamtes Wolfhagen. Die Arbeiten würden im Moment auf trockene Bereiche mit Grundgestein verlagert.

Sollte doch auf weichen Waldböden gearbeitet werden müssen, seien die Rücker angehalten, die Arbeiten einzustellen, sobald absehbar sei, dass vermehrt tiefe Spuren zu erwarten sind. Zudem werden laut Zindel Ketten auf den Rückezug aufgezogen. Sie reduzieren den Druck, den die Maschinen auf den Boden ausüben. Auf diese Weise soll das Erdreich geschont werden. Allerdings führen die Ketten auf den einmündenden Waldwegen zu einer verstärkten Verschmutzung. „Das lässt sich leider nicht vermeiden“, erklärt Zindel und bittet die Bevölkerung um Verständnis.

Das Forstamt sei bemüht, den Schlamm, den die Rückemaschinen auf die Wege tragen, schnellstmöglich zu entfernen. So ziehen die Maschinen am Ende des Arbeitstages den Schmutz mit einem Polterschild, eine Vorrichtung zum Planieren von Bodenunebenheiten und Anheben des Holzes, so gut es geht vom Weg. Im Frühjahr wird dann mit Pflegemaschinen alles wieder ordentlich gemacht.

Uwe Zindel

Das Ausweichen auf robustere Böden ist nur begrenzt möglich. Um auch auf weichem Boden arbeiten zu können, kann das Forstamt Pferde einsetzen. Sie liefern das Holz zur Rückegasse vor. Von dort wird es mit speziellen Fahrzeugen, die bei Bedarf mit Raupenbändern über der Bereifung ausgestattet werden können, abtransportiert.

Trotz der erschwerten Bedingungen können die Abnehmer des Holzes derzeit noch ohne Probleme bedient werden. „Wir halten eine gewisse Menge im Lager vor. Damit können wir unsere Verträge zunächst bedienen“, erklärt Zindel. Doch allzu lang sollte der Winter nicht mehr auf sich warten lassen. „Irgendwann bekommen wir schon ein Problem“, sagt Zindel. Er hofft auf baldigen und dauerhaften Frost.

Denn es braucht seine Zeit, bis der Boden ausreichend tief durchgefroren ist. „Ohne Schnee dauert das bei minus zehn Grad etwa eine Woche“, so Zindel. Mit Schnee dauere es noch länger, denn Schnee isoliere den Boden. „Wir hoffen auf eine ordentliche Frostphase im Januar und Februar. Das sind die Monate, in denen der größte Teil unseres Laubholzes geerntet wird“, sagt Zindel.

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