Jagdgenossenschaft Vellmar erhält mit Pächtern die Natur des Stadtreviers

Jagdpächter und Vorsitzender der Jagdgenossen Vellmar: Niels Klahold (sitzend) und Bürgermeister Manfred Ludewig bei der Spendenübergabe von zwei Eichenbänken. Foto: Geier

Vellmar. Jagd, das klingt nach Wald und Wiese, Wildschwein und Hochsitz, Fuchs und Flinte. Dazu gehört aber noch viel mehr, das wissen die Jagdgenossen und ihre Pächter.

Vor allem in Vellmar, einem verhältnismäßig kleinen Jagdrevier, hat man mit anderen Sorgen zu kämpfen.

Was ist eine Jagdgenossenschaft? 

Mitglieder einer Jagdgenossenschaft, sogenannte Jagdgenossen, sind die Grundeigentümer, die Grundfläche in einer Kommune besitzen. Sie verwaltet die Flächen. Sie ist außerdem das Bindeglied zwischen Grundstückseigentümern, Jägern und Behörden.

Worum kümmert sich die Jagdgenossenschaft?

Die Aufgabe der Jagdgenossen reicht vom Wegebau bis zur Rekultivierung von Flächen. Eine weitere Pflicht sind Wildschäden. Wenn Wildschweine über das Feld eines Landwirts herfallen, muss der Pächter für die Wildschäden geradestehen. In Vellmar hätte man die im Griff, berichtet Bürgermeister Manfred Ludewig, der den Jagdgenossen vorsteht: „Zu viele Wildschäden können wir uns nicht leisten und unsere Pächter machen einen guten Job.“

Wie groß ist die gesamte Fläche in Vellmar?

Alle unbesiedelten Grundflächen der Gemeinde inklusive der Forstflächen umfassen 1400 Hektar. Knapp 750 Hektar sind im Bereich von Ober- und Niedervellmar bejagbar. Die Einnahmen im vergangenen Jahr lagen bei knapp 780 Euro. Mit diesen Einnahmen sind die Jagdgenossen eher arm, da die forstwirtschaftlichen Waldgebiete eher bescheiden sind und das große Jagdwild fehlt.

Was kann in Vellmar gejagt werden? 

Von einem großen Reh- oder Hirschbestand können die Jagdpächter nur träumen. Sie müssen sich mit Fasanen und Rebhühnern, Hasen und Eichhörnchen, einigen Rehen und Wildschweinen begnügen. Nur die Jagdausübungsberechtigten, die ihr Revier von den Jagdgenossenschaft pachten, dürfen auch in Vellmar jagen.

Kann jeder Jagdpächter werden? 

Nein. Nur jemand mit Jagdschein kann auch Jagdpächter werden. Er ist dadurch berechtigt, im Revier zu jagen. In Vellmar trägt er die Verantwortung für die Hege und Pflege des Wildtierbestandes.

Was sind die Aufgaben von Jagdpächtern? 

Niels Klahold, Jagdpächter in Vellmar, beschreibt sein Jagdgebiet als Stadtrevier, in dem er auch eher mit Stadtproblemen zu kämpfen hat. „Ein enger Kontakt mit der Bevölkerung ist entscheidend“, sagt Klahold. Für die heimischen Wildtiere hat er um Vellmar herum Wildäcker angelegt, dort hat sich eine Vielzahl von Tieren angesiedelt, sie reicht von Insekten über Fasane bis zu Rehen. Letztere können dort in Ruhe ihre Kitze aufziehen.

Klahold steht auch in engem Kontakt mit den Landwirten, sorgt unter anderem dafür, dass kein Rehkitz in der Setzzeit vom Mähdrescher getötet wird. Außerdem hat Klahold im sogenannten Eichenbergsloch einen Teich geschaffen, an dem sich Wildtiere angesiedelt haben, vor allem Wildenten und Kaninchen.

Was für Probleme gibt es im Vellmarer Revier?

Besonders in Sachen Waschbären sei Vellmar in den vergangenen Jahren zu einem Brennpunkt geworden, berichtet Klahold. Mindestens 40 Stück seien im Jahr 2015 im Stadtgebiet gefangen worden. Das Ordnungsamt gibt alle diese Fälle an Klahold weiter und er muss sich dann um die Tiere kümmern. „Die Hege und Pflege der Natur steht im Vordergrund“, berichtet der Jagdpächter.

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