Kasseler Polizeisprecher im Interview über dubiose Gewerberegister: "Eingehend prüfen"

Polizeisprecher Torsten Werner über dubiose Gewerberegister

Kreis Kassel. Viele Menschen erhalten dieser Tage wieder Post von einem dubiosen Gewerberegister. Mit den amtlich aufgemachten Schreiben sollen teure Einträge im Internet verkauft werden.

HNA-Redakteur Peter Ketteritzsch sprach darüber mit Polizeisprecher Torsten Werner.

Herr Werner, wie sollte man sich verhalten, wenn man Post von dem Gewerberegister bekommt?

Torsten Werner: Zunächst gilt, die Post eingehend zu prüfen. Wer verbirgt sich hinter dem Absender? Es sollte dabei auch das Kleingedruckte gelesen werden. Meistens hilft der Blick ins Internet. Dort findet man Informationen rund um dieses Thema.

Die Absender wollen den Eindruck eines amtlichen Schreibens erwecken. Wie ist diese Tatsache zu bewerten?

Werner: Die polizeiliche Erfahrung zeigt, dass mit behördennahen Layouts Glaubwürdigkeit und Seriosität vermittelt werden sollen. Auf den ersten Blick kann dabei schnell verwechselt werden, ob es sich um eine Rechnung oder ein Angebot handelt. Das begründet in der Regel allerdings noch nicht den Betrugstatbestand.

Macht es Sinn, juristisch gegen die Firma vorzugehen wegen der hohen Summe, die sie für den Eintrag verlangt?

Werner: In den meisten Fällen wissen die Verfasser solcher Schreiben, wie weit der Bogen der Legalität reicht. Auch wenn eine Anzeige in der Regel keine strafrechtlichen Ermittlungen nach sich zieht, kann für Betroffene, die einen Vertrag eingegangen sind, das BGB Anfechtungsgrundlage sein.

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