Projektil steckt noch im Körper

Unbekannter hat in Kaufungen auf Katze geschossen

Projektil im Körper: Auf dem Röntgenbild, das in der Kaufunger Tierklinik von der Katze Saphira gemacht wurde, ist das Geschoss deutlich zu sehen. Es sitzt über der Hüfte im Fleisch. Foto: privat/nh
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Projektil im Körper: Auf dem Röntgenbild, das in der Kaufunger Tierklinik von der Katze Saphira gemacht wurde, ist das Geschoss deutlich zu sehen. Es sitzt über der Hüfte im Fleisch.

Kaufungen. Die Kaufunger Katzenhalterin Kirsten Salisbury ist fassunglos: Ein Unbekannter hat auf ihre Katze geschossen. Das Projektil befindet sich noch im Körper des Tieres.

Es wurde nur durch Zufall entdeckt - auf einem Röntgenbild, das in der Tierklinik gemacht wurde. Dort wurde die Katze Saphira wegen eines gebrochenen Hinterbeins operiert.

Verletzt: Die Katze Saphira wurde mit einem gebrochenen Hinterlauf gefunden. Bei der Operation stellte sich heraus, dass auf das Tier auch geschossen wurde. Die Katzenhalterin Kirsten Salisbury aus Niederkaufungen ist entsetzt.

Kirsten Salisbury aus Niederkaufungen ist immer noch geschockt: Ihre Katze Saphira war drei Tage verschwunden. Nach intensiver Suche entdeckte Tochter Zoe Malin (9) das Tier schwer verletzt auf einemNachbargrundstück: Dort lag die zwölf Jahre alte Katze mit gebrochenem Hinterlauf unter einem Hänger. Katzenhalterin Salisbury brachte Saphira sofort in die Tierklinik in Niederkaufungen. Dort wurde der Katze zwei Stunden lang operiert. Mit einer Schiene und sieben Schrauben wurde das rechte Hinterbein gerichtet.

Doch es kam noch schlimmer. Auf den Röntgenaufnahmen bemerkte man, dass auf das Tier geschossen wurde. Das Projektil befindet sich noch im Körper. Vermutlich stammt es aus einem Luftgewehr. Der Angriff muss sich bereits vor einiger Zeit ereignet haben, denn das Projektil ist oberhalb der Hüfte im Fleisch eingewachsen.

Sehr verunsichert 

„Was sind das nur für Menschen, die so etwas tun?“, fragt die Katzenhalterin. „Wir sind sehr verunsichert“, fügt sie hinzu, weil man nicht wisse, wer und was dahinter stecke.

Auch im Internet wird darüber gerätselt. Auf der Facebook-Seite „Wir in Kaufungen“ hatte Kirsten Salisbury das Foto ihrer vermissten Katze und später die Nachricht vom Auffinden des verletzten Tiers gepostet und war dort auf großes Verständnis gestoßen. „Kann ja nicht sein, dass Leute auf hilflose Wesen schießen“, schrieb etwa Sabrina T.

Ein Einzelfall scheint der Angriff auf die braun getigerte Katzendame allerdings nicht zu sein. Kirsten Salisbury berichtete der HNA auch von ihrem Kater Linus, der vor zwei Monaten plötzlich verschwunden war. Die Katzenhalterin verteilte Flyer, dann fand sie den Kater eines Abends bei einem Nachbarn. „Das Tier war völlig verängstigt. Er ist drei Wochen nicht mehr aus dem Haus gegangen. Möglicherweise ist er gequält worden“, meint die Kaufungerin.

Nun fürchten Katzenhalter in Kaufungen, dass ein Katzenhasser im Ort sein Unwesen treibt.

Keine Anzeige 

Beim Ordnungsamt der Gemeinde Kaufungen ist davon jedoch nichts bekannt. Von Schüssen auf Katzen oder Tierquälerei wisse man nichts. Man habe bisher nicht davon gehört, hieß es auf Anfrage aus dem Rathaus.

Bei der Polizei sind aus Kaufungen keine Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt worden, teilte Sprecher Torsten Werner der HNA mit. ARTIKEL LINKS

Von Holger Schindler

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