Lagerplatz statt Spitzensport

Kaufungen: Hockey-Arena der Sharks wird als Baustofflager genutzt 

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Sand und Holzschnitzel statt Spitzensport: Die Sharks-Arena bei Niederkaufungen dient heute dem Gemeindebauhof als Lagerfläche für Baustoffe. Eine Sanierung der Spielstätte für Inline-Hockey war an den hohen Kosten gescheitert. 

Kaufungen. Sieben Mal holten die Inline-Hockey-Spieler der Kaufunger Sharks zwischen 2002 und 2011 den Titel des Deutschen Meisters ins Lossetal und markierten so die Spitze des heimischen Sportgeschehens.

Heute dient ihre einstige Spielstätte, die Sharks-Arena auf dem Sportgelände „Hinter den Eichen“ in Niederkaufungen, dem Bauhof der Gemeinde als Lagerstätte für Sand, Holzschnitzel, Splitt und andere Baumaterialien.

Das soll auch so bleiben, sagte Bürgermeister Arnim Roß auf HNA-Anfrage. Die große, durch die Bande eingefasst Asphaltfläche eigene sich gut für diese Zwecke, an einen Rückbau der einstigen Arena sei nicht gedacht.

Dabei war vor kaum zehn Jahren sogar noch diskutiert worden, die Spielstätte zu überdachen und den Sharks somit eine bei jedem Wetter nutzbare Arena für ihre Heimspiele zu geben. Das scheiterte an den Kosten.

Für die kaputte Spielfläche war die Baufirma damals sogar in Regress genommen worden und hatte 40 000 Euro an die Gemeinde gezahlt. Im Jahr 2013, so der Verwaltungschef weiter, seien Sanierungskosten für die Arena zwischen 50 000 und 130 000 Euro errechnet worden. Für diese Ausgabe habe sich keine Mehrheit im Parlament gefunden, so dass die Sportstätte jetzt als Baustofflager genutzt werde. Das Geld war für ein anderes Sportprojekt ausgegeben worden.

Axel Spohr, seit acht Jahren Leiter der Sharks-Sparte im SV Kaufungen 07, denkt noch heute mit Wehmut daran, dass die Zukunft nationalen Spitzensportes der Gemeinde verloren ging: „In Kaufungen war das Geld da - aber nicht der politische Wille.“

Die einstmals so erfolgreiche Seniorenmannschaft hat sich aufgelöst, die Sportler spielen jetzt bei den Niederzwehrener Wizzards Rollhockey - mit einem Ball anstelle eines Pucks, inzwischen aber auch wieder in der 1. Liga.

Etwa 30 Jugendliche aus Kaufungen zwischen elf und 19 Jahren spielen aber noch Inline-Hockey. Sie haben sich mit den Pinguins Baunatal zu einer Spielgemeinschaft zusammen geschlossen und bringen eine U 16- und jetzt auch eine U 19-Mannschaft auf den Hallenboden.

„Wir wollen das Inline-Hockey von unten wieder aufbauen“, gab Spohr das Ziel der 50 Mitglieder starken Abteilung vor. Irgendwass solle es auch wieder eine Herren-Mannschaft geben.

Kritik an der Gemeinde will der Vorsitzende nach alle den Jahren nicht üben. Immerhin erhalten die Sharks jetzt Unterstützung von der Gemeinde bei den aufwändigen Fahrten zu Training und Spielen in Baunatal. (tom)

Kontakt zu den Sharks über die Homepage des Hauptvereins: www.svkaufungen07.de

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