Mit Analyse: Warum die Vorzeichen für eine Lärmschutz-Umbauung gut stehen

A 44-Problematik: Verkehrsminister Al-Wazir kommt nach Kaufungen

Kaufungen. Nach einer Monate langen Unterbrechung geht der Dialog über die Autobahn 44 zwischen Kassel und Helsa weiter:

Wie die HNA am Wochenende erfuhr, kommt Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) am Freitag, 18. November, zu einer internen Gesprächsrunde nach Kaufungen.

Dabei will der Minister über das Ergebnis der Gespräche mit dem Bundesverkehrsministerium über eine Einhausung der Autobahn, das heißt über eine Überbauung zum Lärmschutz informieren. Außerdem will Al-Wazir die Runde über das weitere Vorgehen unterrichten.

Es spricht einiges dafür, dass Minister grünes Licht für eine Lärmschutz-Umbauung gibt.

Analyse

Tarek Al-Wazir

Die Ankündigung von Hessens Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), zu einem Gespräch über die A 44-Problematik nach Kaufungen zu kommen, wird in der Lossetalgemeinde die Hoffnung auf konkrete Fortschritte wecken. Denn Al-Wazir kommt nicht zu einem unverbindlichen Plausch über die umstrittene Trassenführung. Daswäre unlogisch: Schließlich war es der Minister, der das von ihm initiierte Dialogverfahren zwischen dem Land und der Gemeinde auf Eis gelegt hat. Und zwar bis zur Klärung der Frage, ob der Bund als Auftraggeber der Autobahn bei einer Einhausung, also einer Umbauung zum Zweck des Lärmschutzes, mitspielen wird. Genau darüber will Al-Wazir nun am 18. November in Kaufungen Auskunft geben. Außerdem will er über das „weitere Vorgehen“ informieren.

Dann hört sich nicht so an, als käme der Verkehrsminister mit leeren Händen. Anfang Oktober hat Al-Wazir dem Vernehmen nach in Berlin mit Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) über die von ihm favorisierte Einhausung gesprochen.

Zuvor hatte die Straßenbaubehörde Hessen Mobil zwei Umbauungsvarianten für den Bereich Oberkaufungen geprüft: eine anderthalb sowie eine einen Kilometer lange Einhausung. Bei dem ersten, im Frühjahr 2016 veröffentlichten Vergleich der Autobahnvarianten war die Umbauung noch durchgefallen, und zwar aus finanziellen Gründen. Angesichts geschätzter Kosten von 64 Millionen Euro wurde diese Variante als „sehr schlecht“ eingestuft.

In Kaufungen protestierte man seinerzeit vehement gegen diese Bewertung. Hessen Mobil musste daraufhin nachsitzen und die beiden jetzt in Berlin vorliegenden Varianten erarbeiten und bewerten.

Vor knapp zwei Wochen hatte Rainer Bomba (CDU), Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, sich geweigert, Fragen der HNA zu den Chancen einer Einhausung zu beantworten. Würde die Autobahn umbaut, könnte sie näher an Oberkaufungen herangerückt werden. Dadurch ginge weniger Waldfläche des Stiftswaldes verloren. Außerdem würde die Fernstraße nicht mehr durch eine Kolonie streng geschützter Bechsteinfledermäuse führen. Eine aufwändige Umsiedlung der Tiere wäre nicht notwendig.

Auf Einhausungen setzt auch die Bürgerinitiative (BI) Pro A44 bei ihrer noch einmal überarbeiteten Alternativtrasse vom heutigen Autobahndreieck Kassel-Süd nach Oberkaufungen. Die Pläne sehen zwei Umbauungen an der Ziegelhütte (250 Meter) und etwas weiter östlich unweit des potentiellen Wohnbaugebiets Wiebelsburg (490 Meter) vor.

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