Ergebnisse zu kurzfristig vorgelegt

A44-Variantenvergleich: Harsche Kritik in Kaufungen an Hessen Mobil

Arnim Roß

Kaufungen. Der von der Straßenbaubehörde Hessen Mobil vorgelegte Vergleich der A44-Varianten stößt bei den Kaufunger Mitgliedern der Lenkungsgruppe zum Autobahnbau, allen voran Bürgermeister Arnim Roß (SPD), auf heftige Kritik.

Unter anderem monieren sie, dass die vom Land Hessen favorisierte Lossetaltrasse bei der Bewertung am besten abschnitten hat. Die Planer hatten ihre Bewertung am Freitag in Kaufungen vorgestellt. In dem Vergleich fielen die Trassenvarianten durch die Söhre beziehungsweise der so genannte Zwischenkorridor, die sogenannte H-Trasse am Rande von Söhre und Stiftswald, durch. Die Kritik der Kaufunger im Einzelnen:

Der Zeitpunkt

Nach Auffassung von Roß wurden die Ergebnisse des Variantenvergleichs zu kurzfristig vorgelegt. Erst am Donnerstag sei die Bewertung eingegangen. „Wir hatten daher kaum Zeit, um den Variantenvergleich durchzuarbeiten und uns entsprechend vorzubereiten“, kritisiert der Bürgermeister.

Das Problem Einhausung

Beim Umgang mit der diskutierten Einhausung, also der Umbauung der Autobahn zur Verminderung des Lärms, wirft Roß der Straßenbaubehörde vor, widersprüchlich zu argumentieren. Einerseits gebe es Gespräche zwischen den Verkehrsministerien auf Landes- und Bundesebene über eine Einhausung, andererseits werde diese Variante in der Bewertung von Hessen Mobil als zu teuer und daher unrealistisch eingestuft. Die Behörde beziffert die Kosten für diese Lösung mit 64 Millionen Euro. Auch in anderen Abschnitten der A 44 seien die Kosten wegen des Schutzes der Menschen gestiegen, argumentiert dagegen Roß. Es bleibe unklar, warum dies im Lossetal nicht möglich sein soll.

Konsequenzen: Die Gemeinde Kaufungen wird eine eigene Stellungnahme zur Einhausung verfassen. Adressat: das Bundesverkehrsministerium. Hessen Mobil wird laut Roß die Vorteile der Einhausung (Lärm- und Naturschutz) in seine Stellungnahme aufnehmen und positiv vertreten.

Die Bewertungskriterien

Kritik üben Roß und die Kaufunger Mitglieder der Lenkungsgruppe auch an der Gewichtung der zwölf Bewertungskriterien.

So seien für Hessen Mobil das Schutzgut Mensch und die Wirtschaftlichkeit die wichtigsten Kriterien. Der Runde Tisch A 44 in Kaufungen stelle dagegen den Schutz von Mensch, Flora und Fauna sowie Wasser über die Wirtschaftlichkeit.

Konsequenzen: Laut Roß wird Hessen Mobil die abweichende Gewichtung des Runden Tisches bis zur nächsten Sitzung des Gremiums im Mai prüfen. Ziel sei „ein einheitliches Vorgehen“.

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