Bei Ampelausfall droht Gefahr

Autofahrer bemängelt fehlende Schranken am Bahnübergang in Kaufungen 

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Mit einer Lichtsignalanlage und einem Andreaskreuz ist der Straßenbahnübergang in Kaufungen auf der Leipziger Straße gesichert. Für Manfred Kaufmann aus Helsa ist das zu wenig. Er fordert zusätzlich Bahnschranken. Grund: Vergangenen Dienstag war er wegen eines Defekts der Signallampen fast in eine Straßenbahn gefahren. „Mit Schranken wäre das nicht passiert“, sagt Kaufmann.  

Kaufungen. Wer in Kaufungen über den Bahnübergang nahe des Kreisels fährt, muss aufpassen. Dort gibt es nur eine Ampel aber keine Schranke. Wie gefährlich die Ecke ist, hat Manfred Kaufmann kürzlich erlebt.  

„Nicht viel, und es hätte richtig gekracht.“ Der Schreck sitzt Manfred Kaufmann aus Helsa noch immer in den Knochen. Vergangenen Dienstag wäre er fast mit einer Straßenbahn zusammengestoßen – in Kaufungen am Bahnübergang auf der Leipziger Straße nahe des Kreisverkehrs. „Die Lichtsignalanlage funktionierte nicht“, schildert Kaufmann. Von links sei dann die Tram über den Bahnübergang gerollt. „Wäre ich nicht langsam gefahren, wäre die Kollision unausweichlich gewesen“, sagt Kaufmann.

Tatsächlich war die Lichtanlage am vergangenen Dienstag für etwa sechs Stunden ausgefallen. „Offenbar hat ein Nagetier ein Kabel durchgebissen“, erklärt KVG-Sprecherin Heidi Hamdad. Der Fehler sei jedoch schnell gefunden und wieder behoben worden.

Dass die Signalanlage an jenem Dienstag nicht lief, ist für Kaufmann jedoch gar nicht mal das Problem. Ihn stört vielmehr, dass dieser Bahnübergang nicht zusätzlich mit einer Schranke gesichert ist. „Eine runtergelassene Schranke sieht jeder, egal ob die Lichtanlage defekt ist oder nicht“, sagt Kaufmann. Nach seinem Empfinden sei es leichtsinnig, ausgerechnet diesen stark befahrenen Bahnübergang nicht mit einer Schranke nachzurüsten. „Wir in Helsa haben eine Schranke am Tramübergang Leipziger Straße. Warum gibt es das nicht in Kaufungen?“.

„Der Bahnübergang in Kaufungen ist entsprechend der sogenannten Bau- und Betriebsordnung Straßenbahn (BOStrab) völlig korrekt und ausreichend mit einem Andreaskreuz und einer Signalanlage gesichert“, sagt KVG-Sprecherin Heidi Hamdad. „Dort fahren die Trams maximal mit Tempo 50“. In Helsa handele es sich um einen anderen Streckenabschnitt. „Hier fahren die Züge bis zu 80 Kilometer pro Stunde schnell. Deshalb gilt hier die Eisenbahnbau- und Betriebsordnung (EBO), die dann zusätzlich eine Beschrankung vorschreibt.“

Bahn hat immer Vorfahrt

Diese Festlegungen seien Standard und würden überall angewendet. „Im Übrigen muss immer, egal ob ein Lichtsignal oder eine Schranke vorhanden ist, und unabhängig davon, ob sie funktionieren, das Andreaskreuz beachtet werden. Und das heißt: Die Bahn hat immer Vorfahrt“, ergänzt Landkreissprecher Harald Kühlborn. Jeder Autofahrer müsse sich also immer zunächst Vergewissern, ob tatsächlich keine Straßenbahn von rechts oder links kommt, „egal was da sonst noch so an Sicherungsanlagen installiert ist“. Die Autofahrer hätten laut Straßenverkehrsordnung also die Verpflichtung zur Vergewisserung.

Deshalb werde es am Bahnübergang in Kaufungen auch künftig keine Schranke geben, sagt Hamdad. Polizeisprecher Torsten Werner bestätigt, dass es sich bei eben jenem Tramübergang um keinen Unfallschwerpunkt handele. „In den vergangenen fünf Jahren hat es dort nur zwei Unfälle gegeben“, sagt Werner.

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