Begegnungsstätte im alten Gasthaus Allmeroth erhält EU-Mittel für Sanierung

Früher Kneipe, bald Begegnungsstätte: Das ehemalige Gasthaus Allmeroth an der Mittelstraße wir derzeit saniert. Fotos: Lischper

Kaufungen. In Niederkaufungen wird eine alte Kneipe zur Begegnungsstätte umgestaltet. In die Hand genommen hat dieses Projekt der Kirchenkreis - und wird dabei von EU-Mitteln unterstützt.

Tapetenstücke hängen von der Wand, Putzbrocken liegen auf dem Boden und Wände sind durchbrochen - im Moment sieht die alte Gaststätte Allmeroth in Niederkaufungen aus wie ein Schlachtfeld. Dass sich dieses Erscheinungsbild noch im laufenden Jahr zum Positiven wenden kann, ist jetzt sicher: Der neue Besitzer der Immobilie, die evangelische Kirchengemeinde Niederkaufungen, bekommt für die Sanierung nun 141.722 Euro aus dem europäischen LEADER-Programm.

Zusammen mit Eigenmitteln der Kirchengemeinde und zahlreichen Spenden von Kaufunger Bürgern soll der auf etwa 300 000 Euro geschätzte Umbau finanziert werden. Von der Landeskirche werde das Projekt nicht unterstützt, da sie die Zahl der Gemeindehäuser derzeit eher reduziere, so Pfarrer Gottfried Bormuth.

Ziel der Kirchengemeinde ist es, aus dem Traditionsgasthaus eine Begegnungsstätte zu machen, die von verschiedenen Interessengruppen genutzt werden kann. Um die Möglichkeiten der Nutzung abzustimmen, trafen sich Mitarbeiter und Ehrenamtliche im April und Dezember vergangenen Jahres.

Zu den favorisierten Ideen der etwa 70 Beteiligten gehörten etwa ein Café-Betrieb, Filmabende, Lesungen und Grillabende. Was letztlich angeboten wird, ist noch nicht entschieden. Sicher sei aber, dass der Raum sowohl für Aktivitäten der Kirchengemeinde zur Verfügung steht als auch für private Veranstaltungen gemietet werden kann.

Pfarrer Andres Synofzik möchte, dass dies so freiwillig und ungezwungen abläuft wie in einer Kneipe. „Im Gottesdienst gibt es einen festen Ablauf - in der Kneipe bestimmt der Gast selbst, wie lang er bleibt.“ Von diesem Ansatz verspricht er sich neue Möglichkeiten der Begegnung im Ort. Dass nach der Schließung der Gaststätte dringend ein neuer Ort nötig sei, sagte Bürgermeister Arnim Roß (SPD).

Um die Begegnungsstätte, die Synofzik auch als Mehrgenerationenhaus bezeichnet, ab August des Jahres in Betrieb nehmen zu können, nehme man zunächst den großen Raum im Erdgeschoss und den dazugehörigen Eingangsbereich in Angriff. Parallel werde ein Raum im Obergeschoss angegangen.

Für die Planung ist der Kaufunger Architekt Joachim Döring zuständig. Der große Raum im Erdgeschoss, in dem nur noch alte Lampen an die Gaststätte erinnern, bekomme eine Bodendämmung mit Fußbodenheizung. Ein Fenster wird zur Tür und soll Zugang zum Garten bieten und der Seiteneingang wird zum Eingangsbereich und bekommt eine Behindertentoilette. Der gesamte Bereich im Erdgeschoss soll barrierefrei gestaltet werden.

Hintergrund

Häufig werden im Landkreis Kassel Gemeindehäuser von der politischen Gemeinde übernommen - in Niederkaufungen passiere das nun andersherum, so Kreissprecher Harald Kühlborn. Damit dies gelingen konnte, hatte Pfarrer Gottfried Bormuth 2014 einen Antrag auf Fördermittel aus dem Topf des Regionalforums Casseler Bergland gestellt. Das Casseler Bergland erhält jährlich Fördermittel aus dem EU-Förderprogramm LEADER (EU- und Landesmittel). Im Falle der Begegnungsstätte werden nur EU-Mittel eingesetzt. Daneben wird beispielsweise die Stiftskirche mit 168.000 Euro gefördert.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.