BI-Gutachten für die H-Trasse der A44

Im Lossetal oder durch Stiftswald und die Söhre? Über die Trassenplanung der A44 bei Kaufungen wird weiter gestritten. Unser Luftbild entstand in der Nähe der A 7 bei der Anschlussstelle Kassel-Ost mit Blick auf Papierfabrik und Kaufungen. Archivfoto: Prall

Kaufungen/Helsa. Die Bürgerinitiative (BI) Pro A 44 lässt nicht locker: Um das Land Hessen und die Öffentlichkeit von der angeblichen Überlegenheit der von ihr favorisierten H-Trasse gegenüber dem von Wiesbaden vorgelegten Trassenvorschlag zu überzeugen, hat die BI ein Gutachten in Auftrag gegeben.

Erste Ergebnisse der vergleichenden Expertise liegen nach Auskunft des BI-Vorsitzenden Dr. Wolfram Glaß jetzt vor. Demnach weist die H-Trasse unter anderem im Hinblick auf die Verkehrsbelastung und die Lufthygiene „eindeutig Vorteile“ auf. Die ersten vorläufigen Ergebnisse zeigen nach Einschätzung der BI schon jetzt, dass Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) „gut beraten wäre, der H-Trasse mehr Aufmerksamkeit als bisher zu widmen“, erklärte Glaß.

Das Gutachten wird nicht von irgendwelchen Experten verfasst, sondern von den Fachleuten des Verkehrs- und Umweltmanagementbüros Regio-Consult (Friedrichshafen/Marburg).

Die Spezialisten, die deutschlandweit mit Verkehrsprojekten befasst sind, beraten im Auftrag der Gemeinde Kaufungen den runden Tisch zur A 44, der sich mit dem geplanten Autobahnabschnitt zwischen der Anschlussstelle Kassel-Ost und Helsa befasst.

An dem runden Tisch sitzen Vertreter der politischen Parteien sowie Verbände und Initiativen im Lossetal. Geleitet und moderiert wird die Runde von Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß (SPD). Mit am Tisch sitzt auch die BI Pro A 44, für die Regio-Consult jetzt beratend tätig ist.

Geschäftsführer Wulf Hahn sieht in der Arbeit für einen einzelnen Akteur des runden Tisches kein Problem. „Grundsätzlich kann jeder Teilnehmer unsere Dienste in Anspruch nehmen“, sagte Hahn auf HNA-Anfrage. Die gelte allerdings nicht für den Fall, dass Interessengegensätze vorliegen, so der Geschäftsführer. Die Gutachten für einzelne Teilnehmer würden nicht von der Gemeinde Kaufungen, sondern müssten von diesen selbst bezahlt werden.

Bürgermeister Roß verwies am Montag auf Anfrage darauf, dass das Vorgehen der BI „vorher zur Diskussion gestellt wurde“. Alle Teilnehmer des runden Tisches eint der Grundkonsens, „dass die Autobahn eigentlich nicht ins Lossetal gehört“.

Das Hessische Verkehrsministerium wollte sich am Montag auf HNA-Anfrage nicht zu der Tatsache äußern, dass Regio-Consult in Sachen A 44 für zwei Auftraggeber arbeitet.

Gegenwärtig läuft das von Verkehrsminister Al-Wazir (Grüne) ins Leben gerufene A-44-Dialogverfahren, bei dem noch einmal sämtliche Varianten bewertet werden.

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