Bürgermeisterwahl in Kaufungen: Arnim Roß (SPD) setzt auf zweite Amtszeit

Er ist bereit für eine zweite Amtszeit: Bürgermeister Arnim Roß (SPD) will Hausherr im Kaufunger Rathaus bleiben. Foto: Malmus

Kaufungen. Seit 2010 ist der Sozialdemokrat Arnim Roß Bürgermeister von Kaufungen. Am 6. März stellt sich der 53-Jährige (SPD) der Wiederwahl. Ein Thema begleitet den Kaufunger Verwaltungschef jeden Tag: der Konflikt um die geplante A44 im Lossetal.

Arnim Roß macht aus seiner Leidenschaft für die TV-Serie „Raumschiff Enterprise“ keinen Hehl. In seinem Amtszimmer im Kaufunger Rathaus hängt eine Collage, die seine Kinder gebastelt haben. Darauf zu sehen: Roß, Enterprise-Kommandant Jean-Luc Picard und SPD-Ikone Willy Brandt, das politische Vorbild des Bürgermeisters.

Trotz seiner Vorliebe für Science-Fiction sei er bei seinem Amtsantritt 2010 nicht gänzlich in unbekannte Welten vorgestoßen, sagt Roß lächelnd und erinnert an die neun Jahre, die er zuvor bereits für die SPD im Gemeindevorstand gesessen hat.

Aus jener Zeit kennt er auch das Thema, das ihn bis heute tagtäglich beschäftigt: die seit 25 Jahren geplante Autobahn 44 im Lossetal. Das Endlos-Projekt führt der 53-Jährige, der sich bei der Wahl am 6. März um eine zweite Amtszeit bemüht, gleichwohl auf seiner Erfolgsliste. Unter seiner Ägide sei die Gemeinde mit dem Land wieder ins Gespräch gekommen. Als Beleg dafür sieht Roß, früher Leiter eines Awo-Seniorenheims in Baunatal, das von Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) angestoßene Dialogverfahren über die A 44-Planung.

Welche Variante er selbst bevorzugt, lässt sich Roß trotz der wieder hochgekochten Debatte über eine Alternativroute entlang der Söhre nicht entlocken. „Wir machen keine Trassenvorschläge“, stellt der gebürtige Oberkaufunger klar. Dies sei Aufgabe des Landes. Allerdings formuliert er eine klare Forderung an Wiesbaden: Die Menschen im Lossetal müssten bestmöglich geschützt werden.

Das Thema A 44 sei für die knapp 13 000 Einwohner zählende Gemeinde ein Schlüsselthema. Beispiel Wohnraum: Roß setzt auf die „moderate Ausweisung“ weiterer Baugebiete über die bereits beschlossene Neue Mitte am Kreisel hinaus. Doch ob, wann und wie das Gebiet Wiebelsburg in Oberkaufungen und freie Flächen im Süden von Niederkaufungen erschlossen werden können, hängt vom Verlauf der Autobahn ab.

Beispiel Gewerbeflächen: „Auch hier blockiert die A 44 die Entwicklung“, moniert er. Den Vorwurf seines CDU-Herausforderers Holger Rode, er habe zu wenig Kontakt zur Wirtschaft, weist Roß zurück. Er verweist auf den Flächenbedarf des örtlichen Messtechnikherstellers Sika. Man habe „schnell und unbürokratisch“ die Voraussetzungen für eine Erweiterung des Firmenareals geschaffen. Roß weiß, dass sein Credo „Keine Einschnitte im Sozialbereich“ nur zu verwirklichen ist, wenn die Finanzen stimmen. Für 2017 strebt der Bürgermeister einen ausgeglichenen Haushalt an.

Ob er inzwischen gern im neuen Edeka-Markt auf dem Riffer-Gelände einkauft? „Aber ja“, sagt Roß, „mit dem Thema habe ich meinen Frieden gemacht.“ Dass er sich einst für einen Supermarkt in dem inzwischen renovierten Bürgersaal eingesetzt hat, mutet für den Enterprise-Fan Roß rückblickend wohl selbst wie eine unbekannte Welt an.

HNA-Lesertreff: Bürgermeisterkandidaten stellen sich 

Ein HNA-Lesertreff zur Bürgermeisterwahl mit Amtsinhaber Arnim Roß (SPD) und seinen Herausforderern Holger Rode (CDU) und Steffen Andreae (GLLK) findet am Dienstag, 23. Februar, 19 Uhr, im Bürgersaal des Rathauses in Oberkaufungen, Leipziger Straße, statt. Die Moderation übernehmen die HNA-Redakteure Peter Ketteritzsch und Nicole Schippers.

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