Diskussion in Oberkaufungen: Gibt es Bedarf für eine dritte Apotheke?

Neubau mit Apotheke: Was auf den Darstellungen des Investors bereits beschlossene Sache ist, steht tatsächlich aber noch nicht fest. Illustration: Firma Krieger+Schramm/nh

Kaufungen. Zumindest auf dem bunten Werbeprospekt für die geplante Seniorenwohnanlage Lossestern in Oberkaufungen ist bereits alles klar: Es soll eine weitere Apotheke geben. Tatsächlich ist dies aber offenbar noch längst nicht beschlossene Sache.

Ins Erdgeschoss des Gebäudekomplexes auf dem Gelände des früheren Edeka-Marktes an der Leipziger Straße/Ecke Schulstraße, so kommuniziert es das Lohfeldener Bauunternehmen Krieger+Schramm, wird eine Apotheke einziehen.

Denn in Oberkaufungen gibt es mit der Stifts-Apotheke und der Kunigunden-Apotheke bereits zwei alteingesessene Apotheken. Sie liegen nur einen Steinwurf voneinander entfernt an der Leipziger Straße.

Dr. Matthias Zwecker

Deren Inhaber Dr. Matthias Zwecker (Stifts-Apotheke) und Michael Bruske (Kunigunden-Apotheke) werden dieser Tage immer wieder darauf angesprochen, ob sie in den Neubau einziehen werden, der im Herbst 2017 fertig sein soll. Grundsätzlich könne man sich ein Engagement im Lossestern vorstellen, sagte Zwecker auf HNA-Anfrage - und zwar gemeinsam.

Konkrete Pläne oder gar eine Entscheidung gebe es bislang aber noch nicht. „Wir prüfen derzeit, ob das wirtschaftlich darstellbar ist“, sagte Zwecker auch im Namen seines Kollegen. Dahinter steht die Frage, ob sich drei Apotheken in Oberkaufungen wirtschaftlich betreiben lassen. Das Einzugsgebiet eines niedergelassenen Pharmazeuten umfasst nach Angaben der Landesapothekerkammer rund 3500 Menschen.

Bei drei Apotheken müsste Oberkaufungen demnach 10 500 Einwohner haben. Tatsächlich hat ganz Kaufungen zurzeit knapp 13 000 Einwohner. Sie werden gegenwärtig von drei Apotheken versorgt - neben den beiden genannten Apotheken in Oberkaufungen von der Falken-Apotheke in Niederkaufungen.

Petra Bendrich

Ob in das Erdgeschoss des Lossesterns tatsächlich ein Pharmazeut einziehen wird, hängt auch maßgeblich davon ab, ob es in dem Haus wie angekündigt zwei Arztpraxen geben wird. Nach Auskunft der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Hessen könnten sich in Kaufungen weitere Hausärzte niederlassen. Im so genannten Mittelbereich Süd, der auch Teile des östlichen Altkreises Kassel umfasst, seien gegenwärtig 7,5 Hausarztsitze frei, sagte KV-Sprecherin Petra Bendrich auf Anfrage. Schwieriger ist die Situation bei den Fachärzten. Laut Bendrich besteht für Kaufungen nur die Möglichkeit, dass sich Fachärzte für Physikalische und Rehabilitative Medizin (1,5 freie Arztsitze) niederlassen. Beim Investor Krieger+Schramm geht man weiterhin davon aus, dass eine Apotheke in das Gebäude einziehen wird. Bauleiter Mathias Weber zur HNA: „Das ist grundsätzlich angedacht.“

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