Eigentümer will Stiftsgut aufgeben: Gemeinde erarbeitet Konzept

Nachnutzung unklar: Derzeit ist das Stiftsgut in privater Hand. Über die Nachnutzung entscheidet die Gemeinde Kaufungen. Erste Ergebnisse gibt es im Juni 2016. Foto:  Ketteritzsch

Kaufungen. Das Stiftsgut in Oberkaufungen ist derzeit noch in privater Hand. Doch Eigentümer Dr. Christian Karst will das historische Gut aufgeben. Wie die Nachnutzung aussehen wird, darüber soll die Gemeinde entscheiden. Ein Konzept soll bis Juni nächsten Jahres vorliegen.

Das Areal ist von „städtebaulicher Bedeutung für Kaufungen“, heißt es in der Beschlussvorlage, über die die Gemeindevertreter am Mittwochabend entscheiden sollten. Einstimmig votierten die Parlamentarier für die Empfehlung - allerdings in Abwesenheit von CDU-Fraktionsmitglied und Eigentümer Karst, der während der Abstimmung den Saal verließ. Karst will sich zur Ruhe setzen und den Betrieb deshalb aufgeben.

„Sensibel planen“ 

Konzeption und Planung der künftigen Nutzung sollen demnach von der Gemeinde Kaufungen federführend gesteuert werden. Der Gemeindevorstand wird nun zusammen mit Karst eine Struktur erarbeiten. Außerdem sollen die Mitglieder des Gemeindevorstands ein Finanzierungsmodell erstellen. Dabei können sie sich auch Unterstützung holen von Dritten wie Wirtschaftsprüfern oder Investoren.

Dieser Prozess erfordere Zeit, heißt es in der Vorlage. Bis Juni 2016 sollen dem Parlament Ergebnisse vorgelegt werden. Für die Gemeinde werde es eine Herausforderung, eine passende Nutzung in dem besonderen Areal im alten Ortskern zu finden, auch finanziell, sagt ein Kenner.

Derzeit wird das Kaufunger Stiftsgut noch als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt, später soll es dann „den kulturellen und touristischen Zielen der Gemeinde dienen“. Die Nachnutzung müsse deshalb „sorgfältig und sensibel geplant werden“, lautet die Maßgabe.

In der Sitzung der Gemeindevertreter im Bürgerhaus wurde über die Vorlage abgestimmt, diskutiert wurde allerdings nicht. Bereits im Vorfeld hatten die Fraktionsvorsitzenden mit Parlamentsvorsteher Karl Hellmich (SPD) das Thema besprochen.

Zur kulturhistorischen Aufwertung des Geländes soll auch der Gartenkultur-Pfad beitragen, der ab 2016 die Landschafts- und Gartenkultur zwischen Museumsgarten und Stiftsareal erlebbar machen soll.

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