Strecke weicht von Karte ab

Wanderverein kritisiert Zustand des Grimmsteigs: Markierung ist unklar

In fünf Etappen durch die Söhre, den Kaufunger Wald und über den Meißner: Der Grimmsteig-Wanderweg ist mit kleinen, grünen Schildern, an manchen Stellen aber mit einem weißen „G“ gekennzeichnet. Der Wanderverein Niederkaufungen hält die Markierung für verbesserungswürdig. Archivfoto: Wohlgehagen

Nieste/Söhrewald/Kaufungen. Der Wanderverein Niederkaufungen kritisiert den Zustand des Grimmsteigs. Die Markierung durch zwei unterschiedliche Systeme sorge für Missverständnisse.

Außerdem weiche die Streckenführung von den Karten ab und auch der Internet-Auftritt lasse zu wünschen übrig, heißt es.

„Wenn der ortskundige Wanderer schon Schwierigkeiten hat, wie soll ein Gastwanderer oder Feriengast sich hier zurechtfinden?“, fragt Wanderwart Alfred Meißer in einem Schreiben, das der HNA vorliegt.

Lexikonwissen: Der Grimmsteig im Regiowiki

Söhrewalds Bürgermeister Michael Steisel (SPD), Sprecher der touristischen Arbeitsgemeinschaft von fünf Kommunen im Kasseler Osten, weist die Kritik zurück. Die vielen Rückmeldungen von Wandergästen aus Holland und Belgien, die sich über die Wanderschule Nieste angemeldet haben und hinterher einen Feedback-Bogen ausfüllten, zeigten, dass die Markierung des Wegs als „sehr gut“ empfunden werde.

Es sei richtig, dass es eine doppelte Markierung für den Wanderweg gebe: ein weißes „G“ mit Pfeil, das auf die Bäume gepinselt ist, und grüne Schilder mit einem „G“ und den beiden Grimm-Köpfen, die später darüber genagelt wurden.

Steisel sieht darin jedoch eine doppelte Sicherheit. Denn es komme immer wieder mal vor, dass grüne Markierungsschilder abhandenkommen - weil sie einfach abfallen oder weil sie von Wanderern als Souvenir mitgenommen werden. Wenn die grüne Markierung fehle, dann zeige das weiße G, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet.

„Wenn wir einen Hinweis bekommen, werden die grünen Schilder möglichst schnell erneuert“, sagte Steisel. Er bittet um Verständnis, dass dies nicht in jedem Fall sofort geschehe. Schließlich werde der 84 Kilometer lange Wanderweg durch Ehrenamtliche betreut.

Auch dass die markierten Wege mitunter von den Karten abweichen, sei normal, sagt Steisel, der selbst ausgebildeter Wanderführer ist: „Wir bewegen uns im Wald - da werden Bäume gefällt, das ist ein lebendiges Umfeld.“ Wenn ein Harvester bei der Baumernte Wege kaputt gefahren habe, müsse man Umleitungen legen und warten, bis der Forst die tiefen Spuren beseitigt habe. Die Markierung an den Bäumen sei immer aktuell, aber jede Karte sei irgendwann veraltet.

„Der Internet-Auftritt sollte aktuell sein“, meint auch Steisel. Doch auch hier sei zu berücksichtigen, dass der Grimmsteig von Ehrenamtlichen betreut werde. Dies habe ihn erst möglich gemacht, sagt Initiator Steisel. Der Grimmsteig mit seinen fünf Etappen und Zubringerwegen habe insgesamt nur 50 000 Euro gekostet, beim Habichtswaldsteig seien es 300 000 Euro gewesen.

Insgesamt hält Steisel den Grimmsteig für einen äußerst attraktiven Wanderweg, der das Zertifikat des Deutschen Wanderverbands als ausgewiesener Premiumweg zu Recht trage. Dies zeige sich auch darin, dass nicht nur Erholungssuchende aus der Region den Weg in großer Zahl nutzen, sondern auch viele von weiter anreisende Wanderfreunde.

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