HNA-Lesertreff in Kaufungen: 450 Gäste verfolgten spannende Diskussion

Probeabstimmung: Gleich zu Beginn des HNA-Lesertreffs im Oberkaufunger Bürgersaal gaben die 450 Besucher ein Votum für ihren Favoriten ab. Für den jeweiligen Kandidaten wurde – passend zur Partei – ein farbiges Kärtchen in die Höhe gehalten. Fotos: Fischer

Kaufungen. Die Kaufunger haben es nicht leicht, den richtigen Mann für das Amt des Bürgermeisters auszuwählen. Denn: Beim HNA-Lesertreff am Dienstagabend im Bürgersaal in Oberkaufungen empfahlen sich alle drei Kandidaten auf ihre eigene Weise für eine sechsjährige Amtszeit.

Amtsinhaber Arnim Roß (SPD, 53) sprach zu allen Themen am längsten und gab sich so als Mann mit Übersicht und Weitblick. CDU-Herausforderer Holger Rode (65) stichelte gegen Roß und drückte gleichzeitig aufs Tempo - auch mit Blick auf anstehende politische Entscheidungen. Steffen Andreae (GLLK, 49) bot nicht nur wegen seines grünen T-Shirts unterm karierten Hemd einen Farbtupfer mit eher ausgefallenen Ideen. 450 Besucher verfolgten die Diskussion, die von den HNA-Redakteuren Peter Ketteritzsch und Nicole Schippers moderiert wurde, jedenfalls äußerst konzentriert.

Autobahn 44

Welche Rolle die erneut diskutierte H-Trasse für die Kandidaten spiele, wollte Ketteritzsch wissen. „Wir wollen die Autobahn gar nicht. Die wollen nur Bund und Land“, stellte Roß klar. Der Amtsinhaber verwies auf die derzeit laufende vergleichende Bewertung aller Varianten von Hessen Mobil. Die alternative H-Trasse müsse in diese Bewertung mit rein.

Holger Rode erinnerte an den Beschluss der Gemeindevertretung: „Keine A 44 im Lossetal.“ Für ihn sei die H-Trasse eine Möglichkeit, sagte der CDU-Herausforderer. Bei der Planung müsse man in ein, zwei Jahren zu einer Lösung kommen, „für Kaufungen die beste Lösung“.

Es gebe keine beste Trasse, betonte Steffen Andreae. Wenn man sich für die H-Trasse durch die Söhre entscheide, „fordern wir sofort die Einhausung bei Vollmarshausen“. Gleichzeitig, so der GLLK-Kandidat, müssten sich die Lohfeldener bei einer möglichen Lossetal-Trasse an dieser Stelle für eine Einhausung einsetzen.

Lesertreff zur Bürgermeisterwahl in Kaufungen

Bauen und Wohnen

Mit der neuen Mitte bringe Kaufungen nach zehn Jahren wieder ein Wohngebiet auf den Weg, betonte Arnim Roß. Solche Projekte müssten sich aber die Waage halten mit dem Erhalt des Bestandes in den Siedlungen. CDU-Mann Rode will möglichst bald in den Ortschaften nachverdichten. Bürger, die Bauplätze nicht brauchen, sollten diese wieder anbieten, sagte er. Tempo in dieser Frage ist hingegen nicht Steffen Andreaes Ding: „Ich kann nur empfehlen, etwas auf die Bremse zu treten.“ Es gebe viele ältere Menschen in Kaufungen, da würden viele Häuser frei. „Wir müssen sehen, wie bekommen wir dann wieder Menschen in diese Häuser.“

Sanierung Stiftskirche

Konsens bei allen drei Kandidaten: Bei der Finanzierung der Sanierung Stiftskirche sehen sie eher Bund und Land in der Pflicht. Roß: „Wir haben noch Projekte auf der Liste.“ Andreae: „Es läuft gut.“ Rode: „Man muss den ganzen Bereich anfassen.“ Wie gesagt: Die Kaufunger haben am 6. März keine leichte Entscheidung vor sich, was auch die nicht repräsentative Abstimmung beim Lesertreff verriet.

Hier ist der Liveticker zum Nachlesen:

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