Kaufunger erhält heute Auszeichnung „Soziales Bürgerengagement“

Auf zur nächsten Tour: Horst Mößinger holt zwei bis drei Mal pro Woche Senioren mit dem Kleinbus ab, um sie zum Mittagstisch der Begegnungsstätte zu bringen. Foto:  Renner

Kaufungen. „Der Herr Mößinger ist ein toller Fahrer, er ist immer nett und freundlich", sagt Waltraud Ulitzsch, während sie in dem Kleinbus Platz nimmt. Die 87-Jährige ist eine der Senioren, die Horst Mößinger seit 15 Jahren mehrmals pro Woche zu Hause abholt und zur Kaufunger Begegnungsstätte bringt.

Dafür wird er am heutigen Freitag mit der Auszeichnung „Soziales Bürgerengagement“ des Landes Hessen geehrt.

Leitender OP-Pfleger war Mößinger, bis er vor 15 Jahren in Frührente ging. „Ich bin aber nicht der Typ, der daheimsitzt. Das kann ich nicht“, sagt er. Durch Zufall hörte er davon, dass die Begegnungsstätte Fahrer sucht. Spontan meldete er sich - und fährt seitdem zwei bis drei Mal pro Woche mit dem Kleinbus kreuz und quer durch Ober- und Niederkaufungen, um meist ältere Damen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, zum Mittagstisch zu bringen.

„Er ist eine treue Seele“

Die einen warten bereits lächelnd an der Haustür, wenn der 74-Jährige vorfährt, die anderen holt er in der Wohnung ab, um sie sicher zum Bus zu bringen. „Man muss bereit sein zu helfen“, sagt er. Bis zu 18 Senioren fährt er am Tag, manchmal muss er deshalb zweimal los mit dem weißen Kleinbus. Gegen 11 Uhr beginnt seine Strecke, in der Regel dienstags, mittwochs und donnerstags, denn dann gibt es den Mittagstisch in der Begegnungsstätte. Er oder auch einer der zwei Kollegen fährt die Besucher später wieder nach Hause.

„Horst Mößinger ist eine treue Seele. Wir sind froh, dass wir ihn haben“, sagt Dietlind Meyer, Leiterin der Begegnungsstätte, die von der Gemeinde Kaufungen finanziert wird. 20 bis 30 Personen, sagt sie, kommen drei Mal pro Woche zum Mittagstisch. Die Idee dahinter ist simpel: Vor allem alleinstehende ältere Menschen sollen so weiter soziale Kontakte haben, Freundschaften pflegen und einfach mal aus dem Haus kommen. Das bestätigt Waltraud Ulitzsch: „In Gesellschaft schmeckt das Essen doch viel besser“, sagt sie und lächelt.

Für seine ehrenamtliche Arbeit bekommt er viel Dankbarkeit, sagt Horst Mößinger. Eine Auszeichnung wie der Landespreis „Soziales Bürgerengagement“, den er heute in Wiesbaden bekommt, ist ihm nicht so wichtig, sagt er. Der Kaufunger freut sich allerdings darüber, dass damit Ehrenamtliche, die eher im Hintergrund wirken, belohnt werden.

Er hat noch immer Spaß an den Fahrdiensten, sagt er. „Ich mache so lange weiter, wie es gesundheitlich eben geht.“ Das freut auch die Damen auf seiner Tour. „Wir haben immer sehr viel Spaß miteinander“, sagt Waltraud Ulitzsch.

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