Gute Noten für Lossetalgemeinde

Zufrieden mit der Gemeinde: Die Kaufunger betrübt nur wenig

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Studierende der Universität Kassel stellen erste Ergebnisse vor: Bürgermeister Arnim Roß (SPD, links) dankte Robin Sievert (von links), Sven Lämmerhirt, Annika Schmitt und dem in Kaufungen ansässigen Dozenten Dr. Dieter Gawora für ihr Engagement.

Kaufungen. Die Kaufunger schätzen laut einer Befragung von Studierenden die Infrastruktur, die offene Atmosphäre und das Erscheinungsbild ihrer Gemeinde.

Das ist ein Ergebnis der Befragung durch Studierende der Universität Kassel zum Thema „Nachhaltiges Kaufungen“.

Ein Jahr lang fragten Studenten die Bevölkerung mit 400 Fragebögen (Rücklauf: 100) und in Interviews nach ihrem Befinden.

Im Fokus der angehenden Gesellschaftswissenschaftler um Dr. Dieter Gawora standen allgemeine Fragen. Interviews gab es in den Segmenten regionale Ernährung, dezentrale und erneuerbare Energieversorgung, Stiftsweihnacht und Landwirtschaft.

Außerdem wurden gezielt ältere Bürger befragt. Um es vorwegzunehmen: Kaufungen schnitt in der Beurteilung durch die Bürger sehr gut ab. Abgesehen von einigen Problemfeldern, wie die Autobahn 44 und der Leerstand in Kernbereichen. Fragen und erste Ergebnisse, die von der Projektgruppe bis Februar interpretiert werden.

Was sind Gründe für den Zuzug nach Kaufungen?

Eine deutliche Mehrheit stellt die gute Infrastruktur der Gemeinde (Schule, Geschäfte, Ärzte), den Straßenbahnanschluss nach Kassel und die Einkaufsmöglichkeiten im Ort sehr positiv heraus.

In welcher Wohnsituation leben die Kaufunger?

60 Prozent der Kaufunger leben in Zwei-Personen-Haushalten, elf Prozent in Single-Haushalten und 29 Prozent in Drei- oder Mehr--Personenhaushalten. Mit diesen Zahlen weicht Kaufungen von der Wohnsituation der Deutschen ab.

Wie sieht es mit dem Engagement in Vereinen und Kirchen aus?

Die Hälfte der befragten Bürger ist gleichmäßig über die Altersgruppen verteilt in Vereinen, 25 Prozent in den Kirchen aktiv. Ein auffälliges Ergebnis ergab sich bei parteipolitischen Aktivitäten: Nur vier Personen gaben an, Mitglied einer Partei zu sein.

Was sagt die ältere Generation (befragt wurde der Jahrgang 1944)?

Die meisten Befragten dieses Jahrgangs fühlen sich in Kaufungen gut aufgehoben, sie sind mit der sozialen Einbindung und ärztlichen Versorgung „hochzufrieden“.

Wie ist die Kaufunger Stiftsweihnacht organisiert?

Die Nachhaltigkeit der 21 Stände ist nachgewiesen: Die meisten Hersteller kamen aus der näheren Umgebung (bis 35 km Anfahrt). Es gibt Wild aus dem Stiftswald und Obst aus Kaufunger Gärten. Außerdem beruhen Speisen und (kunst-)handwerkliche Angebote auf regionalen Traditionen.

Was sagt die Bevölkerung zur Energieversorgung?

Die Bürger fühlen sich gut vernetzt mit der Energiegenossenschaft und der Gemeindeverwaltung. Erwartet wird mehr Öffentlichkeitsarbeit zur Einsparung von Heizenergie und über die Gebäudesanierung. Beklagt wird, dass bislang nur 128 Kunden beim neuen Gemeindewerk registriert sind.

Welche Rolle spielt die Landwirtschaft noch in der Gemeinde?

Die Tendenz zum Ackerbau im Nebenerwerb setzt sich fort. Die Gemeinde kann mit der Kommune Niederkaufungen (ökologisch nachhaltig), genfreier Zone und Saatgut aus Witzenhausen deutlich punkten. In der Kommunikation zwischen Landwirtschaft und Bevölkerung scheint es jedoch Diskrepanzen zu geben.

Was sollte verbessert werden?

Gewünscht werden mehr sozialer Austausch, eine Tempobegrenzung und zusätzliche Ampeln auf der Leipziger Straße. Der Wochenmarkt sollte ausgebaut und außerdem sollte mehr für Fußgänger getan werden, unter anderem am Steinertsee.

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