Platz für bis zu 30 Asylbewerber

Kaufungen: Erste barrierefreie Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge

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Hier ziehen bald Asylbewerber ein: Der Landkreis hat dafür das Haus Nummer 14 im Sophie-Henschel-Weg von der DRK-Klinik angemietet. Das rechte Bild zeigt eines der fünf behindertengerechten Bäder.

Kaufungen. Der Landkreis eröffnet in Kaufungen die erste Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber. Bis zu 30 Menschen werden Mitte Juli in ein Haus des DRK-Altenpflegeheims einziehen.

Noch kleben auf den Briefkästen vor dem Haus des Sophie-Henschel-Wegs 14 in Oberkaufungen die Namen von Senioren. Die zwölf Bewohner einer Hausgemeinschaft sind am Montag zurück in das Haupthaus des DRK-Altenpflegeheims gezogen - im Haus Nummer 14 ziehen Mitte Juli Asylbewerber ein.

Der Landkreis Kassel hat das Grundstück angemietet, um dort eine Gemeinschaftsunterkunft für etwa 30 Asylbewerber zu schaffen. Es wird die erste Unterkunft dieser Größenordnung in Kaufungen sein, die zudem besonders geeignet ist für Rollstuhlfahrer (wir berichteten). Laut Kreissprecher Kühlborn gibt es derzeit sechs Asylbewerber, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

Denn bevor die Senioren vor vier Jahren in die vorübergehende Außenstelle des DRK-Pflegeheims einzogen, war das Haus behindertengerecht gemacht worden: Es wurde ein Fahrstuhl eingebaut, die Duschen bodengleich und für die Sicherheit der Bewohner richtete man Notknöpfe ein. Nötig machten den Umzug Bauarbeiten im Haupthaus, die von 2011 bis 2015 liefen. Jetzt, wo diese abgeschlossen seien, habe das Haus zur Disposition gestanden, sagt Klinik-Geschäftsführer Norbert Schwarzer.

Für den Kreis bietet das Haus 14 die Möglichkeit, hinzukommende Flüchtlinge ortsnah unterzubringen und andere, die schon hier sind, aus angemieteten Gewerbeimmobilien rauszuholen. Betreut werden die Asylbewerber in Kaufungen von der Hausleitung der Unterkunft „Rotte Breite“ in Nieste.

Norbert Schwarzer

Nur durch ein kleines Waldstück ist das Haus 14 vom restlichen DRK-Komplex getrennt. Für die Senioren war damals ein kleiner Waldweg geschaffen worden, um zum Haupthaus zu gelangen. „Jetzt müssen die Senioren nur in den Fahrstuhl steigen und sind da“, sagt Stephan Kratzenberg, der die WG als Heimleiter betreut. Man habe sich in dem Haus sehr wohlgefühlt. Das Konzept aus wohnortnaher Versorgung, familiärer Atmosphäre, Selbstbestimmung und Sicherheit durch Fachpersonal sei hervorragend - „aber es wird ja auch im Haupthaus fortgeführt“.

Am Freitag, 8. Juli, 18 Uhr, werden Mitarbeiter des Landkreises im Großen Saal des Bürgerhauses Kaufunger Wald über die Unterkunft und die Asylbewerberbetreuung informieren.

Hintergrund

Das Haus 14 umfasst etwa 600 Quadratmeter. Es hat zwei Etagen mit geräumigen und hellen Wohnräumen sowie vier Bäder mit Toilette und barrierefreier Dusche. Im Keller befinden sich zusätzliche Räume, ein Bad mit Badewanne, ein Raum für Waschmaschinen und Besucher-WCs. Das Haus hat einen Garten, einen Fahrstuhl und vier Balkone mit Blick auf den Kaufunger Ortskern.

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