800.000 Euro wurden verbaut

Kaufungen: Sanierung von altem Bauernhof für Kommune Lossehof dauert an

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Hingucker: Der Blick von der nahen Losse fällt auf die fertig sanierte Fassade und das Dach des Haupthauses.

Kaufungen. Das Fachwerkgebäude des ehemaligen, ziemlich heruntergekommene Bauernhofs Hubenthal zeigt sich zur Losse hin von seiner Schokoladenseite:

Die Dachpfannen leuchten rötlich, die mit Holzpaneelen auf drei Seiten verkleidete Fassade mit ihren neuen, schmucken isolierverglasten Holzfenstern strahlt in hellem Blau. Der denkmalgeschützte Bau ist kaum wiederzuerkennen. Der neue Eigentümer, die Kommune Lossehof, hat hier wahre Wunder vollbracht.

Noch viele Baustellen: Im künftigen Gemeinschaftsraum der Kommune streicht Steffen Andreae Holzpaneele. Trotz der vielen Arbeit, nehmen sich die Kommunarden Zeit, um aus Holzresten kleine Kunstwerke für ihr neues Heim zu schaffen (oben rehts). Foto: Dilling

Doch der erste Anblick täuscht: Im Haupthaus selbst sieht es in vielerorts noch wüst aus. Noch ist nichts bewohnbar. Auch das Treppenhaus muss noch umgebaut werden. Die Zeit drängt. „Bis Ende September müssen wir mit unserer Küche und dem Kommune-Büro ins Erdgeschoss einziehen“, sagt Steffen Andreae, Initiator dieser alternativen Wohnform, bei der die etablierte Kommune Niederkaufungen Pate gestanden hat.

Die Sanierung eines denkmalgeschützten Objekts ist häufig ein Abenteuer und verschlingt Unsummen, zumal wenn es - wie der Hof Hubenthal - aus mehreren maroden Gebäuden besteht. Das haben auch die Mitglieder der Kommune zu spüren bekommen. Seit vier Jahren ist der Hof eine Baustelle. Mehr als 800.000 Euro sind schätzungsweise schon verbaut worden. Die Million werden die Kommunarden wohl auch noch reißen. Richtig fertig ist nur das Gesindehaus, in dem zwei Kommunarden wohnen. Der Rest lebt noch in provisorischen Unterkünften.

Eigentlich wollte man schon weiter sein. Doch die Sanierung der Fachwerkskonstruktion und der bröselnden Lehmwände wurde zum Geduldsspiel. Eine Reihe morscher Balken musste ersetzt werden. Die Lehmbau-Technik kostet Zeit. „Wir verwenden den abgeschlagenen Lehm wieder, indem wir ihn mit Stroh und Wasser mischen“, erklärt Andreae. Auch unvorhergesehene Probleme kosteten Zeit. So neigte sich beispielsweise das Remisengebäude zur Losse hin und musste abgestützt werden. Hinzu kommt, dass viele Kommunarden noch auswärts einem Beruf nachgehen. Man freue sich immer, wenn Gäste mit handwerklichem Geschick vorbeikommen, um zu helfen“, sagt Andreae, der sich vor kurzem in Kaufungen achtbar als Bürgermeisterkandidat geschlagen hat.

So manchen Plan für ein gemeinsames Wirtschaften haben die Kommunarden vorerst auf Eis gelegt. Dazu gehört die Mosterei, das geplante Café oder der Betrieb eines Campingplatzes. Auch der Umbau der riesigen Scheune muss - mit Ausnahme einer Überdachung - verschoben werden. Man habe beschlossen, erstmal das Haupthaus fertig zu machen, auch mit Rücksicht auf die Nachbarn, sagt Andreae. Bei all den Hürden ist es erstaunlich, dass nach seinen Worten bisher nur vier Kommunarden von dem Projekt abgesprungen sind.

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