Kaufunger Gesamtschüler versuchten sich in Berufen

Sicherheit geht vor: Simon Herwig (15/links) und Percy Teuber (13) bohren an einem Stövchen. Dabei haben sie auch gelernt, dass solche Arbeiten nicht ohne Schutzbrille ausgeführt werden dürfen.

Kaufungen/Kassel. Dem Berufsalltag auf der Spur - das waren 24 Schüler der Jahrgangsstufe 8 der Integrierten Gesamtschule Kaufungen (IGS).

Eine Woche lang besuchten sie die Interessenwerkstatt des VSB, des Bildungswerkes der nordhessischen Wirtschaft, in Kassel.

Eintauchen konnten die Schüler in verschiedene Berufsfelder: Metall, Holz, Garten- und Landschaftsbau, Farb- und Raumgestaltung, Elektrotechnik, IT und Bürokommunikation. Jeder Schüler hatte die Möglichkeit, zwei Bereiche intensiv kennenzulernen.

Für Christoph Illner, an der IGS verantwortlich für die Berufsorientierung, ist das Projekt eine Premiere: „Es soll für die Schüler eine Hilfe zur Praktikums- und Ausbildungsplatzsuche sein.“

Insgesamt dauert das Projekt zwei Wochen - gleich nach den Winterferien werden die Kaufunger Schüler Teil 2 absolvieren.

Konzentriert: Lea Prescha (14) lernte in der Werkstatt für Elektrotechnik, wie man richtig lötet. Fotos: Kothe

Mit dabei war Percy Teuber. Der 13-Jährige hat die Arbeit in der Metallwerkstatt erprobt: „Das hat mir Spaß gemacht“, sagt er, und erzählt weiter, dass er mit seinen Mitschülern Stövchen hergestellt habe, die sie anschließend mit nach Hause nehmen können. Feilen, bohren, schrauben - Maschinenschlossermeister Michael Opfermann hat ihnen die Fertigkeiten dafür nähergebracht.

Allerdings, so sagt Percy, sei das kein interessantes Berufsfeld für ihn. Mehr Freude hatte er im Garten- und Landschaftsbau: „Ich bin gern draußen.“ An den Projekttagen dort hat er gelernt zu pflastern und wie man einen Betonbottich für Pflanzen herstellt. „Das Pflastern war allerdings sehr anstrengend.“

Die 14-jährige Lea Prescha hat sich an die Elektrotechnik herangewagt. Unter der Anleitung von Elektroingenieurin Beatrix Katzmann hat sie wie ihre Mitschüler auch eine Blinkeranlage fürs heimische Zimmer zusammengebaut. Kabel verbinden und löten, Spannung, Strom und Widerstand messen, Kondensatoren und Leuchtdioden anbringen - all das war Neuland für Lea.

Doch im Nachhinein sagt sie: „Ich fand das eher langweilig.“ Viel mehr Spaß habe es ihr gemacht, mit Holz zu arbeiten. „Das ist viel kreativer.“ Hier haben die IGS-Schüler ein Schlüsselbrett mit Holzfiguren für zu Hause gefertigt.

Percy und Lea finden die Idee, die Interessenwerkstatt zu besuchen, gut: „Es ist spannend und hilfreich, verschiedene Berufe und den Berufsalltag kennenzulernen.“ Beide freuen sich schon auf die Fortsetzung: „Besser als Schule.“ (pke) 

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