Hingucker für die Fahrsaisoneröffnung am Osterwochenende 

Kaufunger Modell-Bahn-Club hat nun Güterzug für Steinertsee-Bahn

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Imposante Erscheinung : Rainer Neumann gibt der neuen Güterzug-Lok vor ihrer Jungfernfahrt auf der Gleisanlage des Modell-Bahn-Clubs den letzten Schliff. 

Kaufungen. Sie wirkt massig, kraftvoll und doch zugleich ästhetisch: Der 372 Kilogramm schwere originalgetreue Nachbau der preußischen Güterzug-Lok vom Typ G8/2 ist das neue Flaggschiff des Modell-Bahn-Clubs Kassel.

„Wir haben sie von einem befreundeten, technisch und handwerklich sehr versierten Modell-Eisenbahn-Fan erworben“, sagt Norbert Faupel, stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Über den Preis bewahrt er Stillschweigen.

Detailgetreuer Nachbau: Im Führerhaus sieht es aus wie beim Original. Die Messinstrumente links zeigen dem Lokführer den Dampfdruck und den Wasserstand in den Vorratsbehältern an.

Bei der Fahrsaisoneröffnung am Osterwochenende wird die Lok der Hingucker für alle Schnauferl-Freunde am Steinertsee sein. Am Ostersonntag soll sie ab 14 Uhr auf Jungfernfahrt auf der erst vor wenigen Jahren vom Verein in Betrieb genommenen Strecke mit extrabreiter 7 ¼ -Zoll-Spur oberhalb des Steinertsees gehen. Bisher verfügte der Club nur über Dampflokomotiven mit der schmaleren Fünf-Zoll-Spur. Alle Teile der Lok, einschließlich des von einer Dampfturbine angetriebenen Stromgenerators seien Einzelanfertigungen. „Das ist Handarbeit“, sagt Vereinsmitglied Rainer Neumann, der die beweglichen Teile des Prachtstücks ein letztes Mal mit der Ölkanne schmiert.

Das Original des Lok-Modells hat eine glorreiche Vergangenheit, wurde von 1919 bis 1928 gebaut und fauchte bis in die 1970er-Jahre über deutsche Schienenstränge, zuletzt noch für die Reichsbahn der DDR. Sie konnte 1500 bis 2000 Tonnen ziehen. Einige dieser vierachsigen Dampfrösser wurden in die Türkei und nach Rumänien verkauft. Die Lok brachte 83,5 Tonnen Dienstgewicht auf die Waage und verfügte für die damalige Zeit schon über moderne Dampftechnik. Sie hatte einen sogenannten Überhitzer, eine Art Turbo für Dampfmaschinen, der verhinderte, dass sich durch den Dampfdruck Kondenswasser bildete. „Das sorgte für höhere Leistung und geringeren Kohleverbrauch“, erklärt Neumann.

Die bisher größte Dampflok des Vereins wirkt gegen diesen Boliden wie ein Zwerg und bringt nicht mal halb soviel Gewicht auf die Waage wie die Neuerwerbung.

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