Es sprangen zu magere Gewinne für Gesellschafter heraus

Lagergeschäft MB-Kauf schließt für immer die Tore

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Zum 31. Dezember wird der Baustoffhändler MB-Kauf an der Industrierstraße 26 in Kaufungen-Papierfabrik seine Tore für immer schließen. Zehn Arbeitsplätze gehen verloren. 

Kaufungen. Das Lagergeschäft des Baustoff-Fachhändlers MB-Kauf GmbH & Co. KG mit Firmensitz an der Industriestraße 26 in Kaufungen-Papierfabrik wird an Silvester für immer seine Pforten schließen.

Es handelt sich um eine Betriebsteilauflösung, nicht um eine Insolvenz. Betroffen sind zehn Arbeitsplätze, „fast alle haben aber schon wieder einen Job gefunden“, sagt Geschäftsführer Thomas Riedel.

Die Gesellschafter hätten das Unternehmen nicht mehr tragen wollen, ergänzt Riedel, der erst seit neun Monaten das Lagergeschäft leitet und eigentlich nur noch für dessen Abwicklung eingesetzt wurde. Tatsächlich habe bereits im Juni die MB-Kauf-Gesellschafterversammlung entschieden, das Lagergeschäft zum Ende des Jahres einzustellen.

Nach HNA-Informationen stimmten schon seit längerem die Umsätze im Lagergeschäft der MB-Kauf nicht mehr, um die Gesellschafter zufriedenstellend an Gewinnen beteiligen zu können. „So wird die MB künftig nur noch im Streckengeschäft tätig sein“, sagt Riedel. Kooperationspartner sei weiterhin die in Paderborn ansässige Zentraleinkauf Baubedarf GmbH & Co. KG (ZEB). Beim sogenannten Streckengeschäft (auch Direkthandel) verkauft der Händler erworbenen Ware sofort an den Kunden weiter, ohne mit ihr in Berührung zu kommen. Diese Handelsform wird immer populärer, weil sie Lager- und Transportkosten einspart.

Schon vor vielen Jahren seien in dieser Hinsicht falsche Management-Entscheidungen getroffen worden, sagt ein Insider. In der Folge habe sich das Unternehmen weniger gut entwickelt und auf dem Markt entsprechend platzieren können. Selbst die letzte Investition in ein neues zentrales Warenlager an der Industriestraße 26 in Kaufungen-Papierfabrik in den 1990er Jahren habe das Blatt nicht mehr wenden können.

Tatsächlich zählte die MB-Kauf nie zu den großen Mitbewerbern in der Baustoff-Branche, womit grundsätzlich eine weniger gute Marktposition - zum Beispiel beim Aushandeln von Preisen für die angeschlossenen Baustoff-Fachhändler - verbunden ist.

Die MB-Kauf war zunächst als „Baustoffhandelskooperation Moderner Baubedarf GmbH“ 1974 aus dem regionalen Zusammenschluss des Fulda-Werra-Einkaufsrings hervorgegangen. 1985 verlegte das Unternehmen seinen Sitz nach Kaufungen. Eine Kooperation der MB-Kauf mit der NBB-Dienstleistungs-AG sowie der Bau des Zentrallagers in Kaufungen-Papierfabrik zählte zu den letzten Erfolgen des Unternehmens.

 

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