Oberkaufungen: Größerer Wochenmarkt ist vom Tisch

Schattendasein: Vor dem Rathaus in Oberkaufungen gibts es samstags nur drei Verkaufsstände. Dabei wird es auch bleiben. Eine Ausweitung des Angebots wurde ad acta gelegt. Foto:  Ketteritzsch

Kaufungen. Wäre alles nach Plan verlaufen, könnten die Kaufunger längst jeden Samstag über einen attraktiven Wochenmarkt flanieren.

Vor dem Bürgerhaus in Oberkaufungen oder auch einen Steinwurf entfernt auf dem neu gestalteten Brauplatz gäbe es Stände mit Wurst, Brot, Blumen, Obst und Gemüse. Doch diese Szene bleibt Utopie. Wie Bürgermeister Arnim Roß (SPD) auf HNA-Anfrage erklärte, hat die Gemeinde ihre erstmals 2011 konkretisierten Pläne für einen größeren Wochenmarkt ad acta gelegt. Der Grund: Das zu erwartende Angebot würde Konkurrenz für die Läden entlang der Leipziger Straße schaffen - und das will man im Rathaus nicht.

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Das Ergebnis einer umfangreichen Befragung potenzieller Anbieter habe ergeben, dass vor allem die Inhaber von Metzger-, Blumen- und Bäckerständen Interesse bekundet hätten, sagte Roß. „Gerade diese Angebote sind im Ortskern von Oberkaufungen aber bereits vorhanden“, so der Bürgermeister.

Ziel eines größeren Marktes muss es nach Ansicht des Verwaltungschefs dagegen sein, „zusätzliche Angebote im Ortszentrum zu etablieren, um die Attraktivität des Ortskerns weiter zu stärken“. Die Vorplanung für den Wochenmarkt hatte die Deutsche Marktgilde (DMG) mit Sitz in Eschenburg (Lahn-Dill-Kreis) übernommen. Von der Genossenschaft hatte sich die Gemeinde eine größere Vielfalt des Angebots versprochen. Diese sollte durch eine Kombination aus örtlichen Händlern und auswärtigen Beschickern erreicht werden. Der aktuelle Wochenmarkt vor dem Rathaus fristet seit Jahren ein Schattendasein: ein Stand mit Wurstspezialitäten, ein wenig Gemüse und Brot - mehr gibt es nicht.

Anders als Amtsinhaber Roß setzt Steffen Andreae (Grüne Linke Liste Kaufungen), sein Konkurrent bei der Bürgermeisterwahl am 6. März 2016, weiterhin auf einen größeren Wochenmarkt. Er will damit den Ökolandbau stärken und für mehr Absatz von regionalen Produkten sorgen.

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