Pläne für überbaute A44 bei Kaufungen: Al-Wazir dämpft Erwartungen

Solar-Autobahn: In der Nähe von Aschaffenburg wurde die A3 zum Zweck des Lärmschutzes überbaut. Auf dem Dach der Einhausung wurde eine Solaranlage installiert. Eine derartige Lösung wird auch für die A44 bei Kaufungen diskutiert. Archivfoto: nh

Kaufungen/Helsa. Die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums über eine Einhausung der A44, also eine Umbauung der Autobahn aus Lärmschutzgründen, steht weiter aus.

Ein konkreter Zeitpunkt könne noch nicht genannt werden, teilte das Ministerium auf HNA-Anfrage mit.

Gegenwärtig werde eine Wirtschaftlichkeitsuntersuchung ausgewertet, die die Straßenbauverwaltung Hessen Mobil erarbeitet hat. Die Wirtschaftlichkeit, also die Kosten für eine Umbauung, seien neben der Zweckmäßigkeit und der Notwendigkeit ein wichtiges Kriterium für die Entscheidung, hieß es. Auch die neue und die ursprüngliche Planung müssten im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit verglichen werden.

Wie berichtet, hatte Hessen Mobil die Wirtschaftlichkeitsprüfung im Zuge der Debatte über den Verlauf der A44-Trasse zwischen Kassel-Ost und Helsa erarbeitet. Die Planung des Landes sieht eine von dem Ort abgerückte Trasse vor, die teilweise durch den Stiftswald läuft und eine Kolonie der streng geschützten Bechsteinfledermaus berührt.

Der Alternativvorschlag sieht vor, die A44-Trasse näher an den Ort zu rücken und parallel zur heutigen B7 zu führen. Dafür müsste aber der Lärmschutz verstärkt werden.

Hessen Mobil hat inzwischen zwei Varianten für eine Einhausung erarbeitet. Sie sehen vor, die Autobahn bei Oberkaufungen ab der Kunstmühle auf einer Länge von einem beziehungsweise eineinhalb Kilometer zu überbauen.

Alternativ liegt ein Vorschlag Kaufunger Bürger, Firmen und Institutionen für eine sogenannte Solar-Autobahn vor: Danach soll die A44 zwischen der Kunstmühle und der Setzebachbrücke bei Niederkaufungen auf rund vier Kilometer Länge überbaut und mit einer riesigen Fotovoltaikanlage versehen werden.

Hessens Verkehrsminister Tarek-Al Wazir (Grüne) dämpft derweil die Hoffnungen auf eine Solar-Autobahn. Die Berechnungen von Hessen Mobil hätten ergeben, „dass die zu erwartenden jährlichen Pachteinnahmen (für das Dach der Einhausung, Anmerkung der Redaktion) nicht ausreichend sein werden, um die Kosten (...) für eine solche Einhausung in absehbarer Zeit zu amortisieren“, heißt es in einem Brief an den SPD-Landtagsabgeordneten Timon Gremmels (Niestetal). Es sei daher fraglich, ob das Bundesverkehrsministerium einer Pachtlösung zustimmen wird.

Solange die Prüfung andauert, wird das Dialogverfahren zwischen dem Land und den künftigen A44-Anrainern auf Eis gelegt. Ein Sprecher Al-Wazirs hatte erklärt, weitere Runden seien erst sinnvoll, wenn das Ergebnis vorliege.

Strom vom Dach der Autobahn

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