Stadt Kassel will Standort-Gutachten im Mai vorstellen

Weiter Chaos am Fernbushalt bei Kaufungen

Reichlich trostlos: Der Fernbushalt in Kaufungen-Papierfabrik. Fotos: Ketteritzsch / mia

Kaufungen-Papierfabrik. Es fehlen Toiletten und ein Unterstand: Fernbusanbieter sehen den Halt in Kaufungen nur als Übergangslösung. Die Stadt Kassel will ihr Standort-Gutachten im Mai vorstellen.

Es ist Montag, 15.40 Uhr. Eigentlich sollte jetzt in Kaufungen-Papierfabrik ein Fernbus halten. Doch der hat Verspätung. Fahrgast Julia Töpke muss also länger warten. Immer wieder wandert ihr Blick auch gen Himmel, über den dunkle Wolken wandern. Einen Unterstand gibt es an der Haltestelle noch immer nicht. Auch ein von MeinFernbus Flixbus versprochenes neues Schild fehlt. Verbesserungen für die Fahrgäste sind laut dem Unternehmen auch nicht geplant. Der Grund: Die Pläne für einen neuen Fernbusbahnhof im Kasseler Stadtgebiet gehen voran. In Betracht kommen zwei Bereiche, sagt Stadtpressesprecher Sascha Stiebing: am Auestadion und am Platz der Deutschen Einheit. Ein entsprechendes Gutachten soll im Mai vorgestellt werden.

„Es lohnt sich für uns nicht, zu investieren, wenn absehbar ist, dass die Haltstelle in Kaufungen langfristig nicht bestehen bleibt“, erklärt Jörn Roßberg, Pressesprecher von MeinFernbus Flixbus. Das Unternehmen hat andere Prioritäten: „Für uns ist das Ziel, einen zentraleren Halt anzusteuern. Der sollte dann beides haben, eine gute Anbindung und eine gute Infrastruktur.“ Sowohl Kaufungen als auch Bad Wilhelmshöhe seien dahingehend keine idealen Standorte. Daher sei man in Gesprächen mit der Stadt Kassel. „Sollte jetzt absehbar sein, dass der Bau eines neuen Busbahnhofes länger dauert, ist es so, wie es momentan ist, natürlich keine Dauerlösung“, sagt Roßberg. Dann müsse neu überlegt werden. Man sei aber guter Dinge, dass eine Entscheidung über einen neuen Busbahnhof noch in diesem Frühjahr fällt.

Bei der Stadt ist man dahingehend viel vorsichtiger. Verkehrsdezernent Christof Nolda (Grüne) erklärt, dass das Gutachten zur Situation nun im Mai vorgestellt werden kann. Momentan würde ermittelt, welche der Flächen am Auestadion und am Platz der Deutschen Einheit am besten geeignet und wie die Eigentumsverhältnisse sind. Nolda hofft auf eine politische Entscheidung vor der Sommerpause und eine Ausschreibung Ende 2016.

Die Gemeinde Kaufungen hat derweil zumindest das Müllproblem, was die Fahrgäste im vergangenen Sommer plagte, behoben. Dort steht jetzt ein großer Müllcontainer. „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß. Für andere Verbesserungen sei das Unternehmen verantwortlich. Man sehe den Standort an der Leipziger Straße als „Haltepunkt zum schnellen Ein- und Aussteigen“. Es ist und soll kein großer Busbahnhof sein oder werden, sagt Roßberg.

Den Fahrgästen bleibt derweil nur die Hoffnung, dass bald eine Entscheidung getroffen wird. Denn „die Haltestelle ist schon sehr provisorisch“, wie es Fahrgast Julia Töpkes Begleiter Nikolai Bühler formuliert. „Ein Unterstand und Toiletten wären schon sinnvoll und gut“, ergänzt Töpke.

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