Geplantes Projekt zwischen Niestetal und Nieste

Windpark Sensenstein muss kleiner werden

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Kleiner als gedacht: Der Windpark Sensenstein wird, sollte er kommen, kleiner als gedacht, weil der Abstand zu Gut Windhausen größer sein muss. 

Niestetal/Nieste. Die Fläche für den geplanten Windpark Sensenstein wird deutlich kleiner als zunächst geplant. Der Grund: Das Regierungspräsidium (RP) Kassel hat „übersehen“, dass das Gut Windhausen kein Weiler ist, sondern ein Denkmal.

Nun muss der Abstand zwischen dem Gut und den Windrädern nicht 600, sondern 1000 Meter betragen.

Timon Gremmels, Landtagsabgeordneter der SPD und Mitglied in der Regionalversammlung, ist auf den Fehler aufmerksam geworden, daraufhin habe er das RP um nochmalige Prüfung gebeten, sagt er. Dabei kam heraus, dass Gut Windhausen als Denkmal gilt. „Die Verwaltung hatte das übersehen“, sagt RP-Sprecher Harald Merz. „Das war nicht richtig“, räumt er ein. An welcher Stelle der Fehler passierte, könne er nicht sagen.

Wird die Regionalversammlung dem Teilregionalplan Energie am 7. Oktober zustimmen, wird auch diese Änderung gültig. Timon Gremmels sieht es bereits jetzt als „Teilerfolg“, da die Rahmenbedingungen für den Windpark geändert würden. In der Sitzung der Arbeitsgruppe Energie der Regionalversammlung am vergangenen Freitag habe eine Sachbearbeiterin des RP erläutert, dass durch die neue Einstufung die Fläche auf etwa 25 Hektar halbiert würde, sagt Gremmels. Dass die Windvorrangfläche kleiner wird, bestätigt auch Sprecher Harald Merz. Um wie viel, konnte er aber nicht sagen.

Planungen anpassen?

Schon lange gibt es eine Diskussion darum, ob der Standort zwischen Nieste und Niestetal überhaupt für Windräder geeignet ist. Die Städtischen Werke Kassel hatten ihre Windradpläne aufgegeben, weil die Windgeschwindigkeiten nicht ausreichten, auch die Gemeinden Kaufungen und Nieste legten ihre Pläne auf Eis. Für Timon Gremmels ist fraglich, „ob die verringerte Fläche für den Investor noch interessant ist. Mit der Flächenreduzierung ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Windpark Sensenstein gebaut wird, wieder ein Stück geringer geworden“, so Gremmels.

Dr. Alexander Jäger-Bloh, Geschäftsführer von ecoJoule, plant dennoch weiter. ecoJoule ist der Projektentwickler der dean-Gruppe und will sieben 230 Meter hohe Anlagen am Sensenstein aufbauen. „Einzelne Aspekte zu betrachten bringt nichts“, sagt Jäger-Bloh. In dem Projekt sei viel Dynamik, schon morgen könne wieder alles anders sein.

Man gehe professionell an das Vorhaben heran und „am Ende des Tages sehen wir dann, ob wir die Planungen gegebenenfalls anpassen“. Bereits jetzt seien es weniger Anlagen als zunächst geplant. Sollte es sich wirtschaftlich nicht lohnen, werde nicht gebaut, so der ecoJoule-Chef. „Aber erst warten wir alle Fakten ab.“

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