Keine Glasfaser für Eiterhagen

Breitbandausbau nur in Wattenbach - Tarif-Ungleichheiten zwischen ACO und Netcom sind programmiert

Söhrewald. Gar nicht begeistert ist Jason Jakobshagen aus Eiterhagen vom Breitbandausbau Nordhessen. „Warum wird nur in Wattenbach ausgebaut, nicht aber in Eiterhagen?“, fragt der Politiker, der für die Wählergruppe „Unabhängig und Neu für Söhrewald“ (UNS) in der Gemeindevertretung sitzt.

Besonders ärgerlich für ihn: „Bezahlbar in Eiterhagen ist aktuell nur der 16-MBit-Tarif für monatlich 34,90 Euro“, sagt Jakobshagen. Er möchte später aber auch Downloadraten von 50 MBit pro Sekunde nutzen können, „ohne dabei ein Vermögen auszugeben“.

Tatsächlich müssen die Eiterhagener derzeit für einen 50-MBit-Tarif rund 59 Euro zahlen. Anbieter ist die ACO connect mit Sitz in Kassel. Im Vergleich dazu zahlen Netcom-Kunden für ein vergleichbares Angebot aktuell rund 40 Euro pro Monat. Die Netcom, ebenfalls mit Sitz in Kassel, wird künftig Betreiber des Breitbandnetzes Nordhessen sein. Sobald also in Wattenbach die Glasfaserkabel verlegt und die Haushalte angeschlossen sind, kommen die Bewohner in den Genuss deutlich günstigerer Tarife.

Rechtlich nicht möglich

Aber warum baut die Breitband Nordhessen nicht auch in Eiterhagen? „Das dürfen wir nicht“, sagt Kathrin Laurier, Geschäftsführerin der Breitband Nordhessen. Der Breitbandausbau in Nordhessen sei ein öffentlich gefördertes Projekt. So könne der Ausbau nur da erfolgen, wo eine Förderung auch rechtlich möglich sei.

Soll heißen: Nur dort, wo noch keine anderen Anbieter Breitband-Dienste offerieren, oder wo ein bereits vorhandenes Internetangebot nicht mindestens und flächendeckend 30 MBit pro Sekunde leistet, wird die Breitband Nordhessen ausbauen dürfen. Damit sollen vor allem Konkurrenzsituationen und das Verdrängen von privaten Anbietern vermieden werden.

Tatsächlich spielt die ACO connect als einziger Anbieter in Eiterhagen derzeit eine Platzhirschrolle.

Ein zweiter Privatanbieter, der in Eiterhagen ebenfalls seine Dienste anbieten möchte, und somit einen Wettbewerb um das günstigere Angebot auslösen würde, ist aktuell nicht in Sicht.

Eine ähnliche Situation wird es aber auch in Wattenbach selbst geben. Denn keineswegs wird die Breitband Nordhessen dort den ganzen Ortsteil ausbauen können. Denn auch hier versorgt die ACO connect schon den südwestlichen Teil des Dorfes. So wird also auch in Wattenbach künftig ein Tarifgefälle zu erwarten sein, wenn ACO-Geschäftsführer Klaus-Peter von Friedeburg seine Tarife nicht an die günstigeren der Netcom anpassen will.

Ob er das tut, lässt er zunächst offen. „Ich will erst einmal abwarten, wie sich der Breitbandausbau Nordhessen überhaupt entwickelt“, sagt von Friedeburg.

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