Schüler der Eschenwaldschule besuchen nachmittags Selbstverteidigungstraining

Kinder setzen Grenzen

Richtig zupacken: Anette Messing zeigt Nick Jurisch und Hannah Schlamelcher eine Übung.

Helsa. Laut und deutlich ist Maikes Stimme zu hören: „Hilfe“, schreit die Schülerin der Eschenwaldschule. Diese Übung gehört zum Selbstverteidigungstraining, an dem knapp 30 Schüler der Eschenstruther Grundschule nachmittags teilgenommen haben.

Sich wehren im Notfall

An sechs Terminen brachte Selbstverteidigungslehrerin Anette Messing den Kindern bei, wie sie sich im Notfall wehren können.

Prävention ist ein wichtiger Punkt für Schulleiterin Sonja Jansen. „Die Kinder müssen lernen, Körpersprache zu lesen“, sagt sie. „Es ist wichtig, dass sie sich durchsetzen, aber gleichzeitig Grenzen setzen und auch Grenzen ihres Gegenübers spüren.“

Mit diesem Training wird nicht nur das Selbstbewusstsein und -vertrauen gestärkt, sondern auch das Kämpfen nach Regeln und der Abbau von aggressiven Impulsen zugelassen. „Und wenn die Kinder angegriffen werden, wissen sie sich zu schützen“, sagt Sonja Jansen.

Gemeinsam mit dem Förderverein unterstützt die Schule mit einem Nachmittagsprogramm die Kinder dabei, sich in ihrer Haut wohler zu fühlen und soziale Kompetenzen auszubauen. „Das Nachmittagsangebot ist eine wertvolle Ergänzung zu den Inhalten der Schule, die Gesundheit im ganzheitlichen Sinn begreift“, erklärt Sonja Jansen.

Wieviel Abstand soll ich zu parkenden Autos halten? Was mache ich, wenn mich ein fremder Mensch zu sich locken will? In Rollenspielen übten die Kinder mit Anette Messing und Thomas Pöschel, Mitglied im Vorstand des Fördervereins, mögliche Szenen nach. „Es geht darum, die eigene Kraft zu spüren“, sagt Anette Messing. „Ich zeige den Kindern Techniken, damit sie sich nicht unterlegen fühlen und sich tatsächlich wehren können.“ Es gilt, das Gefühl der Ohnmacht und Angst einzugrenzen.

Schule und Gesundheit

Das Angebot gehört zur Zertifizierung „Gewalt- und Suchtprävention“ und ist Teil von Schule und Gesundheit, sagt Sonja Jansen. „Zur körperlichen gehört auch die emotionale Gesundheit.“

Von Anthoula Grigoriadou

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