Bereits acht Fälle im Altkreis im Jahr 2011

Im Köder steckte Rattengift: Dackelhündin in Espenau getötet

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Trauert um seine Hündin: Hans-Peter Giebing, hier in seinem Haus in Schäferberg mit dem Nachwuchs des toten Tieres, den Hündinnen Aura (links) und Annika.

Espenau. Qualvoller Tod einer Dackelhündin in Espenau: Das sechsjährige Tier des Züchters Hans-Peter Giebing wurde im Ortsteil Schäferberg vergiftet. „Das Tier wurde gezielt mit hochdosiertem Rattengift getötet“, sagte der 63-Jährige, der über den Tod seiner Hündin Aibe nur schwer hinwegkommt.

Auslöser für die Vergiftung war vermutlich ein Köder, den die Hündin, die auch als Therapiehund für Schüler eingesetzt wurde, am Sonntagabend auf der Wiese direkt vor dem Haus der Giebings verschluckt hat. „Ich habe gesehen, wie Aibe etwas runtergewürgt hat“, erinnert sich Hans-Peter Giebing. Am Montagmorgen fand der Espenauer den Flur voller Blut, auch aus dem Maul des Tieres quoll später Blut, der Tierarzt konnte es nicht mehr retten.

Seitdem seien die dreijährigen Hündinnen Aura und Annika, die aus einem Wurf von Aibe stammten, apathisch und verweigerten das Fressen. „Sie suchen überall im Haus nach ihrer Mutter“, erzählt der Hausherr.

Wurde vergiftet: Die sechsjährige Rauhaardackelhündin Aibe, die auch als Therapiehund für Schüler eingesetzt wurde.

Erinnerungen an den Sommer 2011 werden wach in Espenau, wo aktuell 400 Hunde registriert sind: Damals trieb in Hohenkirchen ein Hundehasser sein Unwesen. Drei Tiere starben damals im Bereich der Mönchehofer Straße an vergifteten Wurst- und Fleischstücken, die ein Unbekannter über den Zaun auf die Grundstücke geworfen hatte. Getötet wurden damals in Espenau ein Labradormischling, ein Mops und ein Highland-Terrier. Ein Labrador-Retriever überlebte.

Auch in Niestetal-Sandershausen wurde damals zur gleichen Zeit Hundefutter entdeckt, das mit Rattengift versetzt war. Ein Schäferhund und ein Labrador überlebten den Anschlag. Bis August 2011 registrierte die Polizei acht Taten. Ein weiteres Tier war in Ahnatal-Heckershausen zu Tode gekommen, ein Hund in Baunatal-Großenritte überlebte den Giftanschlag.

Welpen werden erwartet

In 14 Tagen wird die schwangere Hündin Annika Welpen bekommen. Hans-Peter Giebing hofft dann, dass er dadurch ein wenig vom Tod seiner geliebten Aibe abgelenkt wird.

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Der Espenauer hat auch Anzeige gegen unbekannt gestellt. Laut Polizeisprecherin Sabine Knöll wurden 2011 sieben, 2012 zwei und 2013 bislang sechs Taten angezeigt. Die Dunkelziffer dürfte aber höher sein. Die Vergiftung eines Hundes gilt als Straftatbestand und wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet.

Hinweise an die Polizei unter 0561/910-0.

Von Stefan Wewetzer

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