Kommentar zur EAM-Zukunft: Silberstreif, nicht mehr

Durch die Kürzung von Förderungen der Bundesregierung bleibt der EAM nichts anders übrig, als weiter um Kunden zu werben. Ein Kommentar von Peter Ketteritzsch.

Die große Koalition in Berlin hat der EAM ein neues Problem beschert: Indem die Förderung für Strom aus Windkraft spürbar gekürzt wird, könnte ein neuer Geschäftszweig zum Auslaufmodell werden, auf den der kommunale Energieversorger große Hoffnungen gesetzt hat: die Errichtung und der Betrieb von Windkraftanlagen. Künftig müsste die EAM eine siebenstellige Summe investieren, um überhaupt an den Bieterverfahren für Standorte und Förderung teilnehmen zu können. Kommt man nicht zum Zug, wäre das Geld weg. Dass es sich das Unternehmen leisten kann, ein solches Risiko einzugehen, darf bezweifelt werden. Im schlimmsten Fall könnte der zweite EAM-Windpark, der Ende 2016 ans Netz gehen soll, also der letzte sein.

Noch zehrt die junge EAM von dem Geld, das sie für die Durchleitung von fremdem Strom und Gas kassiert. Doch diese Einnahmequelle, so sieht es aus, könnte bald weniger üppig sprudeln.

Zum Ausgleich helfen da nur mehr Kunden, die sich für Strom und Gas von der EAM entscheiden. Die neueste Zahl von knapp 40 000 bedeutet einen Silberstreif am Horizont, nicht mehr. Denn gemessen am Potenzial in dem Geschäftsgebiet ist diese Zahl noch immer bescheiden.

Der EAM bleibt deshalb wohl nichts anderes übrig, als ihre kostenintensive Werbekampagne fortzusetzen. Die Entscheidung der Käufer, die Kunden von Eon Mitte nicht mit zu übernehmen, wird der EAM noch lange nachhängen.

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