15-Jahres-Vertrag: Kurhessenbahn bleibt in Fahrt

Zufriedene Gesichter nach der Vertragsunterzeichnung für die Kurhessenbahn: Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (von links), Christian Geselle, NVV-Aufsichtsratsmitglied sowie NVV-Geschäftsführer Wolfgang Rausch und DB-Chef Dr. Rüdiger Grube. Foto: Fischer

Kreis Kassel. Die Kurhessenbahn (KHB) wird auch über 2017 hinaus das Nordwest-Hessennetz (NWH) bedienen. Den Vertrag untzerzeichnete auch DB-Bahnchef Dr. Rüdiger Grube.

Dabei handelt es sich um die Linien R 4 Kassel - Korbach mit Haltepunkten unter anderem in Vellmar, Ahnatal, Zierenberg und Wolfhagen sowie die Linien R 42 Marburg - Frankenberg - Korbach - Willingen - Brilon, die R 94 Marburg - Bad Laasphe - Erndtebrück und die R 39/ R 38 Bad Wildungen -Wabern - Kassel.

In einer europaweiten Ausschreibung setzte sich die Kurhessenbahn durch. Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir sowie Vertreter des Rhein-Main-Verkehrsverbundes, des Zweckverbandes Nahverkehr Westfalen-Lippe und des Nordhessischen Verkehrsverbundes unterzeichneten am Freitag im Kasseler Hauptbahnhof das umfangreiche Vertragswerk.

15 weitere Jahre verkehren die fünf Linien danach auf dem Streckennetz und legen pro Jahr 2,5 Millionen Kilometer zurück. Die KHB kündigte an, einen Teil ihrer vorhandenen Fahrzeuge durch eine neue Generation auszutauschen, die einen höhengleichen Ein- und Ausstieg ermöglicht sowie klimatisierte Abteile bietet.

Bahnchef Grube wertete den Vertrag als Erfolg für alle 208 Mitarbeiter der Kurhessenbahn, würden damit doch Arbeitsplätze gesichert. Eindrucksvoll auch weitere Zahlen, die der Gast aus Berlin nannte: Das Auftragsvolumen umfasst 600 Millionen Euro und die Kurhessenbahn befördert auf ihrem Streckennetz täglich 6500 Fahrgäste.

Im Gepäck hatte Grube eine weitere gute Nachricht für Korbach, soll doch dort bis Ende des Jahres für elf Millionen Euro eine neue Instandsetzungs- und Wartungshalle entstehen. Einher gehe dies mit der Schaffung von 35 neuen Arbeitsplätzen.

Die Bedeutung eines funktionierenden Nahverkehrs stellte Minister Al-Wazir in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. Am Beispiel Kassel und der dort in den vergangenen Jahren permanent gesunkenen Arbeitslosenzahlen machte Al-Wazir deutlich, was ein gutes Verkehrsnetz zu leisten imstande sei.

Eine Studie der Uni Göttingen bemühte der Landrat des Landkreises Waldeck-Frankenberg, Dr. Reinhard Kubat, zugleich Aufsichtsratsmitglied im Nordhessischen Verkehrsverbund. Zu den vier wichtigsten Faktoren einer Wohnortwahl gehören danach Gesundheitsvorsorge, soziale Einbindung, die Möglichkeit lebenslangen Lernens und Mobilität. Die ehemals niedrigen Fahrgastzahlen erklärte Kubat damit, dass die Menschen vom Bahnfahren entwöhnt gewesen seien. Mit Blick auf Nordhessen sprach sich der Landrat dafür aus, dass in einer aufstrebenden Region die Anbindung nicht im Zwei-, sondern im Ein-Stunden-Takt erfolgen müsse.

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