1500 Baulücken: Noch viele Flächen für Bauland im Altkreis Kassel

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Wiesenfläche: Unbebaute Flächen wie diese hier in Fuldatal in der Nähe der Fuldatal-Schule gibt es im Landkreis Kassel sehr viele.

Kreis Kassel. Bauland im Kreis Kassel ist knapp. Die Nachfrage nach freien Grundstücken ist zurzeit wesentlich höher als das Angebot, bestätigt der Zweckverband Raum Kassel (ZRK).

Platz für neue Häuser wäre aber noch reichlich: Etwa 1500 Baulücken gibt es im Altkreis. Das Problem: Die meisten davon befinden sich in privater Hand und die Eigentümer sind nicht zum Verkauf bereit, obwohl die Flächen meist nur brachliegen.

Allein in Ahnatal gibt es rund 240 Baulücken, die fast ausschließlich privaten Eigentümern gehören, sagt Günter Schmidt, der Leiter des Fachbereichs Bauen und Umwelt. „Die Verwaltung und ein Planungsbüro prüfen derzeit die Flächen auf ihre Eignung als Wohnbauland.“ Die Eigentümer wollten die Grundstücke häufig für ihre Erben frei halten.

Dass die Eigentümer ihre Grundstücke lieber ungenutzt lassen als zu verkaufen, verwundert Andreas Vesper vom ZRK nicht. Grund sei vor allen Dingen die gegenwärtige wirtschaftliche Lage. „Diejenigen, die Sachwerte besitzen, wollen sie nicht in Geld umwandeln, weil sie nur wenig Zinsen dafür bekommen.“ Die Kommunen hätten aber großes Interesse daran, die Baulücken zu schließen, zumal die Nachfrage nach Bauland so groß sei wie lange nicht. „Baugeld ist billig, deswegen ist die Nachfrage nach Grundstücken derzeit enorm.“ Das bestätigt auch Christian Steltmann von der Gemeinde Espenau. „Wir haben jede Woche zwei bis drei Anfragen wegen Grundstücken.“ Die Gemeinde führe zwar keine genaue Statistik über Baulücken, aber Steltmann schätzt die Zahl auf etwa fünf.

Kai Hast

Um Baulücken zu schließen und so der extrem hohen Nachfrage nach Bauland in Lohfelden nachzukommen, hat die Gemeinde im vergangenen Jahr ein Baulückenkataster erstellt. Bei allen privaten Eigentümern habe man dafür den Verkaufswillen abgefragt, teilt Kai Hast, Leiter der Hauptverwaltung mit. 16 Baulücken standen schließlich zum Verkauf. „Sämtliche ausgewiesenen Bauplätze sind mittlerweile vermarktet, sodass unser Baulückenkataster von der Homepage genommen wurde.“ Etwa 20 weitere Freiflächen, so schätzt die Gemeinde, könnten noch als Bauland vermarktet werden, wenn die Eigentümer verkaufen würden.

In Schauenburg wird der Verkaufswille der Eigentümer hingegen nicht generell abgefragt, teilt Jochen Ickler von der Bauverwaltung mit. Nur in Einzelfällen würde eine Verkaufsbereitschaft ermittelt. „Insbesondere, wenn gemeindliche Planungen diese Grundstücke berühren.“ In jüngster Zeit seien in Schauenburg aber vermehrt Freiflächen bebaut und verkauft worden. Trotzdem gibt es noch 161 Baulücken.

Peter Lieder

Auch in Niestetal sind die Baulücken ein aktuelles Thema. 130 freie Flächen gibt es hier. 99 Prozent davon seien in privater Hand, sagt Peter Lieder von der Verwaltung. „Zu den Eigentümern stehen wir dauerhaft in Kontakt.“ Es wäre „genial“, wenn man einige davon verdichten könnte, aber Lieder warnt: „Jede Lücke können wir gar nicht schließen. Das hätte immense Auswirkungen auf das Klima im Ort.“ Denn eine zu dichte Bebauung könne durchaus die Luftströmungen verändern. Das müsse bedacht werden.

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