SPD, CDU und Grüne verlieren deutlich – FDP, Freie Wähler und Linke im Plus

Analyse zur Kreistagswahl: AfD holt 11,5 Prozent im Kreis Kassel

Kreis Kassel. Die AfD ist die eindeutige Siegerin der Kreistagswahl im Landkreis Kassel. Das geht aus einem ersten Trend hervor, den die Kreisverwaltung veröffentlicht hat.

Danach kamen die Rechten aus dem Stand auf 11,5 Prozent der Stimmen. Das entspricht neun Sitzen im 81-köpfigen Parlament. Die AfD wird damit drittstärkste Kraft im neuen Kreistag. Das Ergebnis kann sich allerdings noch verändern. Der Grund: Bis zum Abend wurden in den 29 Städten und Gemeinden ausschließlich jene Stimmzettel für den Kreistag ausgezählt, auf denen die Wähler lediglich eine Partei angekreuzt und auf Kumulieren und Panaschieren (Stimmen anhäufen und über die Listen verteilen) verzichtet haben.

Der Erfolg der AfD geht erwartungsgemäß zulasten der beiden großen Parteien. Die SPD kommt dem Trend zufolge nur noch auf 43,4 der Stimmen (35 Sitze). Das sind noch einmal 3,8 Prozentpunkte und drei Sitze weniger als bei der letzten Wahl 2011. Damals verloren die Sozialdemokraten, die mit Uwe Schmidt und Susanne Selbert den Landrat und seine Stellvertreterin stellen, die absolute Mehrheit im Kreistag. Auch die CDU bekam die Quittung für die aus der Sicht vieler Wähler verfehlte Flüchtlingspolitik der Großen Koalition in Berlin.

Die Christdemokraten mit Spitzenmann Frank Williges verloren 3,5 Prozentpunkte und kommen nach dem Trend nur noch auf 22,5 Prozent (18 Sitze/minus drei). Federn lassen mussten auch die Grünen. Nach ihrem Höhenflug aufgrund der Reaktorkatastrophe von Fukushima vor fünf Jahren, als die Partei 15,6 Prozent holte, kommt sie nun nur noch auf 9,1 Prozent (acht Sitze/minus fünf).

Zulegen konnten dem ersten Trend zufolge die kleinen Parteien. Die Linken kommen auf 4,2 Prozent und vier Sitze (2011: drei Prozent/zwei Sitze). Die Freien Wähler erreichen 5,2 Prozent und vier Sitze (2011: 3,3 Prozent/drei Sitze). Die FDP konnte von der Tatsache, dass sie als einzige politische Kraft im Wahlkampf das Flüchtlingsthema spielte, offenbar profitieren. Die Liberalen kamen auf 4,1 Prozent und drei Sitze (2011: 2,2 Prozent/zwei Sitze).

Mit dem amtlichen Endergebnis der Kreistagswahl wird nach Auskunft von Verwaltungssprecher Harald Kühlborn frühestens am Dienstagabend gerechnet. Die Wahlbeteiligung lag bei 52,1 Prozent und damit nur unwesentlich niedriger als 2011, als 52,5 Prozent der Wahlberechtigten zur Urne gingen.

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