LED-Anzeigen an Schilderbrücken sollen schnell informieren

Autobahnen bei Kassel: Stauwarner kommen 2018

Schnelle Informationen: Über die LED-Anzeigen werden Verkehrsteilnehmer beispielsweise darüber unterrichtet, dass Fahrspuren gesperrt sind und es einen Stau gibt. Das Foto zeigt eine Schilderbrücke an der Autobahn 2 bei Braunschweig. Archivfoto: dpa

Kreis Kassel. Wegweiser mit aktuellen und schnell veränderbaren Informationen sollen ab 2018 den Verkehr auf den Autobahnen rund um Kassel sicherer machen.

Fünf an großen Schilderbrücken montierte LED-Anzeigetafeln sollen vor dem Autobahndreieck Kassel-Mitte und dem Autobahnkreuz Kassel-West aufgestellt werden. Das bestätigte Horst Sinemus, Sprecher der Straßenbaubehörde Hessen Mobil, am Freitag auf HNA-Anfrage. Die exakten Standorte stehen laut Sinemus noch nicht fest.

Ursprünglich sollten die Schilderbrücken bereits 2017 errichtet werden. Nun sollen die Anlagen aber zeitlich eng verzahnt mit der Verbreiterung der Autobahn 7 von sechs auf acht Fahrstreifen aufgestellt werden.

Wie berichtet, wird die Fernstraße zwischen Kassel-Süd und Kassel-Ost verbreitert, weil sie auf einer Länge von sechs Kilometern den zusätzlichen Verkehr von der A 44 aufnehmen soll.

Die offiziellen Prognosen des Landes gehen davon aus, dass 2025 im A 7-Abschnitt zwischen Guxhagen und der Landesgrenze zu Niedersachsen täglich 101 200 Fahrzeuge unterwegs sein werden, darunter 25 500 Lastwagen. Ihre Zahl steigt besonders dramatisch an. Zum Vergleich: 2010 wurden in dem Abschnitt noch 14 100 Lastwagen innerhalb von 24 Stunden gezählt.

Mithilfe der Anzeigetafeln werden die Verkehrsteilnehmer über Ursache und Ausmaß von Störungen informiert. Hat sich beispielsweise ein Unfall ereignet, werden Auto- und Motorradfahrer umgehend davon unterrichtet.

Doch damit nicht genug: Über die LED-Tafeln werden die Verkehrsteilnehmer auch über die zu erwartende Verzögerung informiert und mit Umleitungsempfehlungen versorgt. Dies ist auf der viel befahrenen Nord-Süd-Verbindung vor allem in der Reisezeit von Bedeutung.

Bei den Schilderbrücken handelt es sich nach Angaben des Hessen-Mobil-Sprechers nicht um sogenannte Streckenbeeinflussungsanlagen. Auf den Tafeln werden also weder Tempolimits noch Überholverbote angezeigt. Diese sogenannten Telematik-Anlagen, für die es ein eigenes Bundesprogramm gibt, seien für den Bereich um Kassel nicht geplant.

Die Entscheidung darüber, welche Informationen künftig über die LED-Tafeln an die Autofahrer weitergegeben werden, trifft laut Sinemus die Verkehrszentrale Hessen in Rödelheim.

Bislang gibt es „Verkehrsbeeinflussungsanlagen mit integrierten Stauinformationen“, so die offizielle Bezeichnung der Anlagen, vorwiegend in dem von Dauerstaus geplagten Ballungsraum Rhein-Main.

Wie viel die Anlagen bei Kassel-Mitte und Kassel-West kosten werden, lässt sich laut des Behördensprechers noch nicht genau beziffern.

Die bereits im November 2014 vom Landesverkehrsministerium erstmals in Aussicht gestellten Anlagen sind auch eine Reaktion auf eine Serie dramatischer Unfälle mit Toten und Schwerverletzten. Dabei fuhren immer wieder Lastwagen auf am Stauende stehende Fahrzeuge auf. Bei einem derartigen Unfall waren im Sommer auf der A 7 bei Guxhagen ein Ehepaar und seine Tochter ums Leben gekommen.

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