Fachdienst Asyl unter einem Dach

Neue Adresse: Fortan ist der Fachdienst Flüchtlingshilfe des Landkreises Kassel in der neuen Außenstelle an der Albert-Einstein-Straße 6 in Fuldabrück-Bergshausen (hinter dem Möbelhaus Finke) zu finden. Vizelandrätin Susanne Selbert (Mitte), Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann (links) und Fachbereichsleiter Jörg Rossberg halten das Gebäude für ideal geeignet. Foto: Naumann

Kreis Kassel. Der Landkreis vereint alle Abteilungen der Flüchtlingshilfe in neuer Außenstelle in Fuldabrück-Bergshausen

Früher wurden in der großen Industriehalle an der Albert-Einstein-Straße 6 in Fuldabrück-Bergs- hausen Messestände gebaut. Ab sofort hat dort der Landkreis Kassel auf 6000 Quadratmetern seine neue Außenstelle des Fachdienstes Flüchtlingshilfe (zuvor Fachdienst Asyl) eingerichtet.

„Alle Dienstleistungen in Sachen Flüchtlingshilfe sind nun unter einem Dach vereint“, sagt Vizelandrätin Susanne Selbert, „die Leistungsgewährung, die Wohnungsaquise, die Krankenhilfe sowie das Integrationsmanagement.“ Zuvor waren die insgesamt 30 Mitarbeiter in Kassel an der Wilhelmshöher Allee (Kreishaus) wie auch an der Fünffensterstraße untergebracht. „Auch nach dem Umzug werden alle Telefonnummern und Mailadressen gleich bleiben“, sagt Selbert.

Platz für 450 Flüchtlinge

Zudem können im Erdgeschoss bis zu 450 frisch vom Land zugewiesene Flüchtlinge begrüßt und für eine Nacht erstuntergebracht werden. „So ersparen wir den Asylbewerbern viel Stress“, sagt Selbert. Die Erstinformation, die Aufnahme der Personalien, die Ausgabe von Geld und Hilfsmitteln, all das könne jetzt in Ruhe gemacht werden. „Die Flüchtlinge können sich dann von ihrem langen Anreisetag erholen und hier für eine Nacht bleiben.“ Erst am nächsten Tag würden die Asylbewerber dann auf die insgesamt 41 Gemeinschaftsunterkünfte (GU) im Landkreis verteilt. „Bislang mussten wir das alles noch am Abend des Anreisetages bewerkstelligen.“

Auch Jörg Rossberg, Leiter des Fachbereichs Flüchtlingshilfe, ist mit dem Umzug zufrieden. „Weil wir alle Stellen nun unter einem Dach haben, können wir Unklarheiten und Probleme viel schneller klären“, sagt Rossberg. Der kurze Dienstweg über den Flur erleichtere so manche Abläufe und Abfragen deutlich.

Auch Hofgeismar und Wolfhagen werden von der Neuausrichtung des Fachbereichs Flüchtlingshilfe profitieren. Zeitnah sollen auch dort Außenstellen mit den Dienstleistungen Leistungsgewährung und Krankenhilfe eingerichtet werden.

Zudem wird der Landkreis in den kommenden zwei Monaten weitere Gemeinschaftsunterkünfte einrichten - in Naumburg, Zierenberg, Hofgeismar, Breuna, Helsa, Lohfelden, Kaufungen und Fuldatal (Artikel links). „Aktuell kommen zwischen 20 und 30 neue Asylbewerber pro Woche in den Landkreis“, sagt Selbert. In Spitzenzeiten seien es schon 150 gewesen. „Die geringen Zuweisungszahlen nutzen wir dazu, die Zahl der Menschen, die noch in Hallen und Gewerbeimmobilien untergebracht sind, zu verringern“, sagt Selbert. Angestrebt seien generell GU mit Wohnungscharakter. Gleichwohl sei noch in diesem Sommer mit einem erneuten Anstieg der Zuweisungen zu rechnen.

Von Boris Naumann

Hintergrund

Landkreis sucht Wohnraum für Asylbewerber

Der Landkreis Kassel sucht weiterhin Wohnraum für Flüchtlinge. „Unser Hauptansatz ist es, die Asylsuchenden möglichst zügig in privaten Wohnraum zu vermitteln“, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Aktuell fehle es vor allem an Wohnungen für alleinstehende Asylbewerber. „Denkbar sind auch Wohnungen, die sich für eine Wohngemeinschaft von alleinstehenden Asylbewerbern eignen“, sagt Kühlborn.

Bislang habe die Behörde sehr gute Erfahrungen mit der Unterbringung von Asylbewerbern in Privatwohnungen gemacht. Diese Form der Unterbringung sei gut geeignet, weil Flüchtlinge so einen größtmöglichen Kontakt zur heimischen Bevölkerung bekommen und somit der Einstieg in ein geregeltes Leben in Deutschland deutlich erleichtert werde.

„Wir renovieren nicht“

Bei den Mietzahlungen orientiere sich der Landkreis an den Leistungen des Sozialgesetzbuches II. „Für den sogenannten Speckgürtel rund um Kassel sind das 329,38 Euro Nettokaltmiete für 50 Quadratmeter und eine Person (618,02 Euro für 96 Quadratmeter und fünf Personen)“, sagt Kühlborn. Strom und Heizung seien darin nicht enthalten. In ländlichen Bereichen wie in Helsa oder Söhrewald sinke die Nettokaltmiete auf 307,85 Euro für 50 Quadratmeter (524,62 Euro für 96 Quadratmeter).

Die angebotenen Wohnungen sollten keine Nachtspeicher-Heizungen haben. „Auch sollten sie in einem bewohnbaren Zustand sein. „Der Landkreis wird Vermietern nicht die Wohnungen renovieren.“

Alle Vermieter, die noch freie Wohnungen zur Verfügung haben, können sich mit folgenden Landkreis-Mitarbeitern aus dem Fachbereich Soziales in Verbindung setzen:

• Wilburg Kleff, Tel. 0561 / 10 03 18 41, wilburg-kleff@landkreiskassel.de

• Susanne Baberuxki, Tel. 0561 / 10 03 15 34, susanne-baberuxki@landkreiskassel.de

• Karsten Nickel, Tel. 0561 / 10 03 18 46, karsten-nickel@landkreiskassel.de

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