Flüchtlingsheime: Landkreis Kassel investiert in Brandschutz

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Kreis Kassel. Die großen Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis Kassel werden derzeit mit Brandmeldeanlagen ausgerüstet. Eingebaut werden sie bei Einrichtungen mit mehr als 60 Betten.

„Wir arbeiten das Stück für Stück ab, etwa 50 Prozent haben wir bereits", sagt Landkreissprecher Harald Kühlborn.

Entscheidend dabei seien die Kapazitäten, in der Bauordnung sei das geregelt. Bei weniger als 30 Betten werden Rauchwarnmelder angebracht, bis 60 Betten seien Rauch- und Hitzewarnmelder in den Treppenhäusern, Küchen und Lagerräumen notwendig, sagt Kühlborn.

Im Landkreis Kassel werden Brandmeldeanlagen in zwei Einrichtungen in Bad Karlshafen angebracht sowie in Baunatal, in Fuldabrück, Fuldatal, Niestetal, Grebenstein und in der Pommernanlage Wolfhagen. Sobald das ehemalige Schwimmbad in Zierenberg bezogen wird, folgt auch dort eine solche Anlage.

Die Unterkünfte gelten aus Sicht der Feuerwehren als Sonderobjekte, sind damit also Krankenhäusern und Seniorenheimen gleichgestellt. Der Kreis hat deshalb entschieden, dass zu allen bestätigten Bränden in Unterkünften mit mehr als 30 Betten immer eine Drehleiter mit alarmiert wird. Bei den Gemeinschaftsunterkünften „geht man von mehr Betroffenen aus“, erklärt Thomas Schmidt von der Leitfunkstelle Kassel.

Der Aufwand vor Installation einer Brandmeldeanlage ist groß. Grundrisse der Gebäude müssten ausgearbeitet werden, außerdem Flucht- und Rettungswege und befahrbare Flächen für die Feuerwehrfahrzeuge, erklärt Schmidt. Die Kosten für den Kreis liegen bei etwa 20 000 bis 30 000 Euro pro Brandmeldeanlage.

Weil die Feuerwehren oft wegen Kleinigkeiten wie angebranntem Essen in Flüchtlingsunterkünfte ausrücken müssen, gibt es derzeit Kurse zur Brandschutzerziehung in den Einrichtungen.

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