Krankheit wird von Milben übertragen

Fuchsräude rafft Luchse dahin: Nur noch drei Tiere nachgewiesen

Kreis Kassel. Die Zahl der Luchse in den Wäldern südöstlich von Kassel hat sich innerhalb weniger Monate halbiert. Wurden Ende 2015 im Kaufunger Wald und in der Söhre noch sechs Tiere nachgewiesen, waren es zuletzt nur noch drei.

Das geht aus der Auswertung der Fotofallen hervor, die der Verhaltensbiologe Dr. Markus Port von der Universität Göttingen an 40 Standorten aufgebaut hatte. Anhand der unterschiedlichen Fellzeichnungen der Luchse konnte die Zahl der in der Region lebenden Tiere ermittelt werden. Insgesamt 75-Mal lösten die Pinselohren die Fotokameras aus.

Dr. Markus Port

Als Grund für den dramatischen Rückgang des Bestandes vermutet Port die Fuchsräude. Die von Milben übertragene Krankheit ende meist tödlich. Bereits imNovember 2015 sei einer der ursprünglich sechs Luchse an der Krankheit verendet, sagte der Forscher, dessen Arbeit von der Heinz-Sielmann-Stiftung, der Erika-Krauskopf-Stiftung und dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie unterstützt wird.

Dass die vermissten Luchse abgewandert sein könnten, hält Port für unwahrscheinlich. Geschlechtsreife Tiere seien „meistens standorttreu“.

Port und sein Team wollen nun herausfinden, ob sich der Luchsbestand in den Wäldern südöstlich von Kassel bis zum Frühjahr 2017 erholen wird. Hoffnung mache ein neuer, bis dato unbekannter Luchs, der im März im Territorium des an Fuchsräude verendeten Tiers in die Fotofalle tappte.

Luchs-Sichtung in Söhrewald

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Rubriklistenbild: © dpa

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