Gewinner der Kommunalwahl sind oft unabhängige Wählergruppen

Blick auf die Wahlergebnisse: Manfred Schaub (3. von links) freute sich über die Entwicklung in Baunatal. Immerhin fuhr die SPD hier eines der besten Ergebnisse in Hessen ein. Foto: Kühling

Kreis Kassel. Gewinner der Wahl am Sonntag sind in vielen Kommunen die Wählergruppen, die weder im Landtag noch im Bundestag vertreten sind. Sie graben den etablierten Parteien vielerorts das Wasser ab.

Auch die FDP konnte ihre Position in einigen Kommunen überraschend verbessern. Hier einige Ergebnisse, die ins Auge springen.

Espenau 

Für einen Paukenschlag in Espenau sorgte die Freie Wähler Gemeinschaft (FWG). Sie holte 38,6 Prozent der Stimmen (2011: 20,5 Prozent) und ist damit stärkste Kraft. Die SPD büßte ihre Vormachtstellung in der Gemeinde ein. Sie erreichte 32,2 Prozent. 2011 waren es noch 41,9 Prozent. „Das Wahlergebnis ist für uns einfach überwältigend. Fast jeder zweite Espenauer Wähler hat sein Kreuz bei der FWG gemacht“, sagte Sprecherin Brigitte Pfennig. Die gute Mischung der aufgestellten Kandidaten, die Bürgernähe und die Transparenz ihrer Arbeit über die kommunikativen Medien hätten sich bewährt. „Die Wähler haben entschieden, dass sie uns zutrauen, für Espenau das Beste auf den Weg zu bringen. Wir danken den Wählern, nehmen den Wahlauftrag an und werden die Fachgremien mit maximaler Kompetenz besetzen“, so Pfennig.

Lohfelden 

Auch in Lohfelden ist eine freie Wählergemeinschaft Gewinner der Wahl: Die Unabhängige Liste Lohfelden (U2L) verdoppelte ihr Ergebnis von 2011 (8,1 Prozent) beinahe und erhielt 14,0 Prozent der Stimmen. „Alles richtig gemacht - das war mein erster Gedanke zu dem Ergebnis“, sagte deren Fraktionsvorsitzender Jürgen Kirchner. Die Wähler hätten der U2L großes Vertrauen entgegen gebracht. „Das werden wir nicht enttäuschen“, so Kirchner. Er versteht das Wahlergebnis als Belohnung für die pragmatische, sachorientierte und transparente Lohfelden-Politik der Gruppierung und freut sich auf den neuen Gestaltungsspielraum. „Die SPD wird sich jetzt umstellen müssen“, sagte der Fraktionsvorsitzende.

Baunatal 

Gegen den Trend behauptet die SPD in Baunatal ihre absolute Mehrheit. Mit 61,4 Prozent fährt die Partei um SPD-Nordhessen-Chef und Bürgermeister Manfred Schaub eines der besten Ergebnisse im Land ein. Parteichefin Strube: „Wir machen so weiter.“

Fuldabrück 

Als einzige Gemeinde im Altkreis Kassel, in der die AfD angetreten war, stand Fuldabrück ganz besonders im Fokus. Die Partei schnitt allerdings mit 7,6 Prozent schwächer als erwartet ab. „Das sind für mich aber noch 7,6 Prozent zu viel“, sagte Fuldabrücks Bürgermeister Dieter Lengemann (SPD). Er habe gehofft, dass die rechte Partei weniger Stimmen auf sich versammeln würde. „Ich bedauere, dass es in unserer Gemeinde offenbar doch so viele Protestwähler gegeben hat.“

Ergebnisse aus dem Kreis Kassel

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Gemeindewahlen in Nordhessen: So entschieden die Wähler in allen Städten und Gemeinden

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