Kommunen gegen Abschaffung von Hundesteuer: Einnahmen übersteigen Kosten

Halten an der Hundesteuer fest: Die Kommunen im Landkreis finden eine Abschaffung der Abgabe für Vierbeiner nicht sinnvoll. Foto: dpa

Kreis Kassel. Die Gemeinden Nieste und Espenau sowie die Städte Vellmar und Baunatal sehen eine Abschaffung der Hundesteuer kritisch. Die Einnahmen seien höher als die Kosten.

Der Bund der Steuerzahler in Niedersachsen fordert die Abschaffung der Hundesteuer. Bei einem Vergleich der Steuersätze in 90 niedersächsischen Kommunen hatte der Verein große Unterschiede bei der Höhe der Abgabe festgestellt. Auch in Hessen reichen die jährlichen Steuern für den ersten Hund von 30 Euro in Neu-Isenburg bis 180 Euro in Wiesbaden. Der Bund der Steuerzahler betrachtet das als ungerecht. Zudem entstünden den Kommunen höhere Verwaltungskosten, als durch die Steuer eingenommen würden.

Die Nachfrage der HNA bei Kommunen im Landkreis ergibt jedoch, dass diese Argumentation aus Sicht der Verantwortlichen nicht zutrifft. „Die Steuer lohnt sich für die Gemeinde“, sagt Albrecht Bertelmann, Fachbereichsleiter Finanzen in Espenau. „Die Kosten für die Erhebung sind bedeutend niedriger als die Einnahmen.“ Für dieses Jahr rechne die Gemeinde mit Einnahmen von 27.000 Euro durch die Hundesteuer, die hier 60 Euro pro Jahr für den ersten Hund beträgt.

„Hunde verursachen viel Aufwand für die Gemeinde. Wenn man diese Kosten einberechnet, halten sich Steuereinnahmen und Ausgaben für Hunde die Waage.“

Den gleichen Betrag verlangt die Gemeinde Nieste pro Hund und nimmt so pro Jahr rund 12.000 Euro ein. Demgegenüber steht laut Bürgermeister Edgar Paul (SPD) ein Verwaltungsaufwand von nur rund 3500 Euro. Allerdings dürfe man nicht übersehen, dass durch Hunde in der Gemeinde auch höhere Kosten beim Bauhof entstünden, der unter anderem für die Entsorgung von Hundekot zuständig ist. „Die Hundesteuer ist daher eine klare Ordnungssteuer“, sagt Paul, der selbst Hundehalter ist. „Hunde verursachen viel Aufwand für die Gemeinde. Wenn man diese Kosten einberechnet, halten sich Steuereinnahmen und Ausgaben für Hunde die Waage.“

So verhält es sich auch in Baunatal. Die Stadt hat 2015 laut Pressesprecherin Susanne Bräutigam bei Einnahmen von 90 000 Euro nichts dazuzahlen müssen. In der Stadt Vellmar kamen im gleichen Jahr 64.500 Euro Steuereinnahmen zusammen. „Die Einnahmen übersteigen somit bei Weitem die Kosten“, sagt Mark Czechowski vom Fachbereich Finanzen.

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