Starker Wind lässt Kasse klingeln

Kreis Kassel: Windpark-Bilanz der Städtischen Werke fällt positiv aus

Söhrewald/Niestetal/Kassel. Die sieben von den Städtischen Werken Kassel errichteten Windkraftanlagen in der Söhre und am Sandershäuser Berg bei Niestetal haben 2015 in ihrem ersten kompletten Betriebsjahr erheblich mehr Strom geliefert als erwartet.

Die Prognose für die Anlagen sei um 28 Prozent übertroffen worden, sagte Lars Rotzsche, Geschäftsführer der Windpark Söhrewald/Niestetal GmbH (WSN). 2015 sei ein „außergewöhnlich gutes Windjahr“ gewesen. Laut Rotzsche lag die Ausbeute bei 57 Gigawatt - erwartet hatte man 45 Gigawatt. Das Geschäftsergebnis sei dadurch vier Mal so hoch ausgefallen wie geplant, so der Geschäftsführer. Laut Rotzsche liegt es bei rund 1,27 Millionen Euro nach Steuern. Kalkuliert hatte die WSN mit lediglich 330.000 Euro.

Die elf Gesellschafter des sogenannten Bürgerwindparks erhalten nun bereits 2016 und damit ein Jahr früher als ursprünglich vorgesehen eine Dividende. Laut WSN-Sprecher Ingo Pijanka werden insgesamt 500 000 Euro ausgeschüttet. Zu den Anteilseignern des Unternehmens zählen neben den Städtischen Werken (25,2 Prozent) vier Bürgerenergiegenossenschaften. Die größte ist die Genossenschaft Bürger Energie Kassel & Söhre (24,9 Prozent).

Bei den Städtischen Werken ist es obligatorisch, weitere Anteilseigner ins Boot zu holen. Das Konzept wird auch bei den Windkraftanlagen am Rohrberg bei Helsa und beim zurzeit entstehenden Windpark Stiftswald umgesetzt.

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Aufgrund der guten Zahlen für den ersten Windpark können die Kommunen Niestetal, Söhrewald und Kassel für 2015 laut Pijanka mit Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von insgesamt 300.000 Euro rechnen. Das bemerkenswerte Ergebnis des ersten vollständigen Betriebsjahrs untermauert für WSN-Chef Rotzsche und seinen Geschäftsführer-Kollegen Markus Jungermann die Erkenntnisse aus einer gemeinsamen Studie der Universität Kassel und des in der Fuldastadt ansässigen Instituts IdE. Demnach wirkt sich die Beteiligung kommunaler Partner an der Entwicklung von Windparks ausgesprochen positiv auf die regionale Wertschöpfungskette aus.

Die Windkraftanlagen waren im Frühjahr 2014 komplett in Betrieb gegangen. Die fünf Anlagen in der Söhre hatten aber bereits Ende 2013 Strom geliefert. Die von den Söhre-Anlagen erzeugte Energie wird direkt in das Kasseler Stromnetz eingespeist, und zwar über eine Leitung, die vom Höhenzug Warpel unter der Fulda hindurch zu einem neu errichteten Umspannwerk auf dem Gelände des Kraftwerks an der Dennhäuser Straße führt. Der am Sandershäuser Berg erzeugte Strom wird in das Netz der EAM eingespeist.

Zur WSN gehört auch eine Fotovoltaik-Freilandanlage im Gewerbegebiet Sandershäuser Berg. Sie ging bereits im September 2012 ans Netz. Die Solarzellen können im Idealfall 200 Haushalte mit Strom versorgen.

Rubriklistenbild: © Ketteritzsch

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