Kreis Kassel mietet erste Halle für Flüchtlinge an

Für einen humanen Nutzen umgebaut: Das Verwaltungsgebäude mit anhängender Lagerhalle im Gewerbegebiet Fuldabrück hat der Landkreis Kassel innerhalb von drei Monaten in eine wohnliche Gemeinschaftsunterkunft verwandelt. Fotos: Lischper

Kreis Kassel. Die Flüchtlingsunterbringung im Landkreis Kassel hat eine neue Dimension erreicht: Jetzt mietet die Verwaltung neben Wohnungen und Häusern auch Hallen an.

In Parzellen aufgeteilt und mit den entsprechenden Sanitäranlagen versehen, soll dort Wohnraum entstehen für die immer größer werdende Zahl an Asylbewerbern: Ende Dezember lebten 2326 Asylbewerber im Landkreis - aktuell kommen pro Woche rund 100 neue Flüchtlinge hinzu.

Die Nutzung von Gewerbeimmobilien sei bei den aktuellen Zuweisungszahlen eine notwendige Alternative, so Kreissprecher Harald Kühlborn. Leer stehende Hallen, die über Tageslicht verfügen und die Möglichkeit bieten, zu einer Gemeinschaftsunterkunft umgebaut zu werden, kämen infrage.

„Jedes freie Objekt wird von uns geprüft“

Auf der Liste stünden derzeit etwa zehn Hallen im Altkreis Kassel. Hallen aus dem Wolfhager Land sind vorerst nicht dabei. Auf Schulsporthallen werde weiterhin verzichtet, sagt Kühlborn.

Mit der Akquise zusätzlicher Privat- und Gewerbeimmobilien sind derzeit drei Mitarbeiter der Verwaltung beschäftigt. „Jedes freie Objekt wird von uns geprüft, vor allem auch in den Kommunen, wo bislang keine Asylbewerber untergebracht sind.“

Eine erste große Lagerhalle wird derzeit in der Bettenhäuserstraße in Niestetal-Sandershausen unmittelbar gegenüber einer weiteren Gemeinschaftsunterkunft hergerichtet. Dort sollen bereits in der kommenden Woche etwa 169 Flüchtlinge einziehen. Grundsätzlich biete sie aber auch Platz für mehr Menschen, heißt es vom Kreis.

Weiteres Beispiel ist ein ehemaliges Verwaltungsgebäude mit Hallenanbau in der Industriestraße in Fuldabrück-Bergshausen. Dort sind derzeit 36 Asylbewerber untergebracht. Das Gebäude hatte zuvor der Solartechnikhersteller SMA angemietet. Der Landkreis hat darin fehlende Wände und Sanitäranlagen ergänzt und die Räume wohnlich gestaltet.

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.