Bodenuntersuchungen angekündigt

Salzpipeline: K+S-Vorpreschen irritiert Landkreis

Kreis Kassel. Die angekündigten Bodenuntersuchungen für die geplante Salzpipeline des Kali- und Salzproduzenten K+S sorgen beim Landkreis Kassel für Irritationen.

Das Unternehmen plant in den nächsten Wochen in diesem Bereich mit Bohrtürmen und kleinen Baggern Proben zu entnehmen sowie die Tier- und Pflanzenwelt unter die Lupe zu nehmen.

Landrat Uwe Schmidt (SPD) reagiert auf „das Vorpreschen“ von K+S mit dem Hinweis, dass am 2. Mai der Antrag auf Baugrunderkundungen in der Kreisverwaltung eingegangen sei, darüber bisher aber noch nicht entschieden wurde. Da die geplanten Bohrungen auch in Trinkwasserschutzgebieten und einem FFH-Gebiet vorgesehen seien, müsse der Antragsteller auf die Genehmigung der zuständigen Unteren Wasser- und Unteren Naturschutzbehörde warten. Schmidt bezeichnet das Vorgehen von K+S als „nicht nachvollziehbar“.

UweSchmidt

Gleichzeitig erinnert die Kreisverwaltung noch einmal an frühere Stellungnahmen, in denen bereits auf Defizite bei der Untersuchung alternativer Trassen hingewiesen worden sei und auch ergänzende Untersuchungsräume für eine Trassierung vorgeschlagen wurden. Zudem sehe der von der Flussgemeinschaft Weser beschlossene Bewirtschaftungsplan vor, dass der sogenannte „Werra Bypass“ von den Dimensionen her deutlich reduziert werden müsse, so der Landrat. Wobei diese Option ohnehin nur dann infrage komme, wenn die vom Unternehmen am Förderstandort festgelegte Strategie zur Vermeidung von Bergbauabwässer unzureichend wirken solle. Schließlich habe sich K+S bereit erklärt, ab 2016 Voraussetzungen zu schaffen, ab 2021 Produktionsabwässer unter Tage und damit nicht mehr in die Werra zu leiten.

Für Schmidt Argumente, die für eine umweltverträglichere Leitungsführung über eine neue Trasse sprechen. Gleichfalls könne das geplante Speicherbecken zwischen Lippoldsberg und Oberweser wesentlich kleiner dimensioniert werden, und allein deshalb sei eine alternative Trasse möglich.

Unter diesen Voraussetzungen erschließt sich dem Landkreis nach Aussagen Schmidts nicht, warum bereits jetzt ein Antrag zur Vorbereitung auf das Planfeststellungsverfahren beschieden werden müsse, der auf überholten Antragsunterlagen basiert.

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Rubriklistenbild: © dpa

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