Straftaten im östlichen Altkreis Kassel gingen zurück

Kreis Kassel. Gute Nachrichten aus dem Polizeirevier Kassel-Ost: „2015 gab es einen erfreulichen Rückgang von Straftaten, und das teils massiv", sagte Dienststellenleiter Wilhelm Küllmer bei der Vorstellung der Statistik. Die Zahlen seien so niedrig wie seit Jahren nicht mehr.

Starke Rückgänge gebe es vor allem bei Sachbeschädigung und Diebstählen.

Fuldabrück

Die Zahl der Straftaten hat in Fuldabrück deutlich abgenommen: Von 308 im Jahr 2014 auf 213 im Jahr 2015, die Aufklärungsquote lag bei 55,4 Prozent. Gesunken ist auch die Zahl der Rohheitsdelikte, die sich gegen die Freiheit und körperliche Unversehrtheit eines anderen richten. 2014 wurden noch 30 Taten registriert, im Jahr 2015 waren es 14, die Aufklärungsquote lag in diesem Bereich bei 71,4 Prozent.

Deutlich weniger erschwerte Diebstähle in Wohnungen oder Autos gab es in Fuldabrück 2015: 53 wurden gezählt (2014: 80). Aufgeklärt wurden 32,1 Prozent der Fälle.

Helsa

Einen leichten Anstieg der Straftaten gab es 2015 in Helsa. 141 registrierte die Polizei, im Jahr zuvor waren es 105. Die Aufklärungsquote betrug 2015 56,7 Prozent.

Gestiegen sind im vergangenen Jahr die Diebstähle von 16 (2014) auf 26 (2015) und die erschwerten Diebstähle von 16 auf 30. Die Aufklärungsquoten lagen bei 19,2 bzw. zehn Prozent. Helsa sei aus „polizeilicher Sicht problemlos“, so Küllmer.

Kaufungen

Im Jahr 2014 verzeichnete die Polizei für Kaufungen noch 490 Straftaten, 2015 waren es 408. 52,9 Prozent betrug die Aufklärungsquote. Gesunken sind die Zahlen in den Bereichen Rohheitsdelikte (von 46 auf 38), bei Diebstahl (von 121 auf 88), bei Diebstahl aus Wohnungen und Autos (von 101 auf 91) und bei Rauschgiftdelikten (von 21 auf 16).

Lohfelden

Einen Rückgang um fast 100 Straftaten gab es in Lohfelden. 619 waren es 2014, 521 im Jahr 2015. Aufgeklärt wurden 52,2 Prozent der Fälle. Rohheitsdelikte wurden 59-mal erfasst (2014: 79), Diebstähle 101-mal (130) und erschwerte Diebstähle 86-mal (117). Auch die Zahl der Sachbeschädigungen ging in Lohfelden zurück von 64 auf 51 Fälle.

Zugenommen hat die Zahl der Autodiebstähle. Während 2014 vier Fahrzeuge geklaut wurden, waren es 2015 13. Aufgeklärt wurde keiner dieser Fälle. Betroffen seien Transporter von Firmen, aber auch Privatwagen, so Küllmer.

Nieste

In Nieste seien die Zahlen „idyllisch“, sagte der Dienststellenleiter. 46 Straftaten gab es 2014, 2015 waren es dagegen 26. Hoch ist die Aufklärungsquote mit 65,4 Prozent. Diebstähle gingen von 13 Fällen auf vier zurück, Diebstähle unter erschwerten Umständen von 22 auf acht.

Niestetal

328 Straftaten erfasste die Polizei in Niestetal im Jahr 2015, 2014 waren es 384. Die Aufklärungsquote lag bei 62,2 Prozent. Diebstähle aus Wohnungen seien in den vergangenen Jahren ein Problem gewesen, sagte Dienststellenleiter Wilhelm Küllmer. Doch auch bei diesen Delikten gab es einen Rückgang von 46 auf 34 Taten. Auch Diebstähle allgemein gingen in Niestetal zurück von 81 auf 71, Diebstähle unter erschwerten Umständen wurden 67-mal erfasst (im Vorjahr: 86).

Erfasst wurden auch 21 Rauschgiftdelikte, im Jahr 2014 waren es noch 13. Das gehe darauf zurück, dass verstärkt kontrolliert werde und deshalb häufiger Drogen entdeckt würden, erklärte Küllmer.

Söhrewald

Einen Rückgang der Straftaten gab es 2015 auch in Söhrewald: Von 81 im Jahr 2014 auf 63 im vergangenen Jahr. 65,1 Prozent betrug die Aufklärungsquote. Rohheitsdelikte sanken von 14 auf zehn Fälle, Diebstahl von neun auf sieben. Diebstähle unter erschwerten Umständen wurden zwölfmal erfasst, im Jahr 2014 waren es 13.

Öfter Gewalt gegen Polizisten

Die Gewalt gegen Kollegen ist gestiegen“, sagte Wilhelm Küllmer, Leiter der Dienststelle Kassel-Ost. Das Verhalten vieler junger Leute der Polizei gegenüber sei „absolut respektlos“. Nicht nur verbalen Angriffen durch Schimpfworte seien die Polizisten oft ausgesetzt, sondern auch körperlichen Angriffen durch „Treten und Schlagen“.

Als Beispiele nannte er einen Kollegen, der kurz vor Weihnachten angegriffen wurde und daraufhin drei Wochen krankgeschrieben gewesen sei, und eine Polizistin, die vor einigen Tagen gegen einen Streifenwagen geschubst worden war.

Zahlen zur Gewalt an Polizisten des Reviers Ost konnte Küllmer nicht nennen.

Keine Auffälligkeiten an Flüchtlingsunterkünften

In den Flüchtlingsunterkünften, die im Bereich der Polizeidienststelle Ost liegen, gebe es keine Auffälligkeiten, sagte Wilhelm Küllmer, Leiter der Dienststelle. „Wir haben keine Probleme mit Flüchtlingen, sondern mit Straftätern.“ Gelegentlich gebe es Vorkommnisse, aber es balle sich nichts in den Städten und Gemeinden. „Wenn viele Leute zusammen sind, gerät man manchmal aneinander. Das ist menschlich,“ sagte der Polizist.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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