Betroffene Kommunen sind mit der Planung zufrieden

Stromtrasse östlich von Kassel wird ab 2017 gebaut

2017 wird Tennet mit dem Bau der 380-kV-Hochspannungsleitung von Wahle (Niedersachsen) nach Mecklar (Hessen) östlich von Kassel beginnen. Unser Symbolbild zeigt die Masten einer typischen Starkstromtrasse. Foto: AP / nh

Kreis Kassel. Bald ist es soweit: Das Stromversorgungsunternehmen Tennet rechnet Ende 2016 mit der Baugenehmigung für eine 380-Kilovolt-(kV)-Hochspannungsleitung.

Sie führt von Wahle-Mecklar im Bauabschnitt D von der hessischen Landesgrenze bis zum Umspannwerk Mecklar bei Bad Hersfeld. In diesem 65 Kilometer langen Abschnitt wird es ausschließlich Freileitungen geben, teilt Tennet-Sprecher Markus Liebermann mit. Kosten: 97,5 Mio. Euro.

Baukosten: 97,5 Mio. Euro 

Bis zum Sommer werde das Unternehmen die eingegangenen Einwände zur Trassenplanung bearbeitet haben. „Sobald das fertig ist, werden wir bei der Genehmigungsbehörde den Bauantrag stellen.“ Wenn dann voraussichtlich Ende 2016 die Genehmigung vorliege, könne es mit dem Bau Anfang 2017 losgehen.

Bis zum 29. April 2015 hatten Kommunen, Fachbehörden, Verbände (sogenannte Träger öffentlicher Belange) sowie Privatleute im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens Gelegenheit, zur Planung Stellung zu nehmen. Mit Blick auf den Abschnitt D seien insgesamt 190 Eingaben gemacht worden.

Gespräche seit 2012 

Einwendungen hatten auch die unmittelbar von der Trassenführung betroffenen Kreiskommunen Niestetal, Kaufungen, Lohfelden und Söhrewald abgegeben. Tatsächlich führte Tennet erste Gespräche mit den Kommunen schon 2012 - also drei Jahre vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens -, um die Interessen der Gemeinden zu berücksichtigen.

GEMEINDE NIESTETAL

So soll die Trasse verlaufen: Grafik von Tennet.

Schon im Juli 2010 - also gut fünf Jahre vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens - hat Niestetal seine Forderungen zum geplanten Trassenverlauf formuliert. „Alles ist im Wesentlichen von Tennet erfüllt worden“, sagt Bürgermeister Andreas Siebert (SPD). Dazu zählen die geforderten 500-Meter-Abstände zur Wohnbebauung, keine Beeinträchtigungen für das Gewerbegebiet Sandershäuser Berg inklusive möglicher Erweiterungen im nördlichen Gemeindegebiet sowie für die Fläche des ehemaligen interkommunalen Gewerbegebietes Heiligenrode Süd. „Wir bedauern lediglich die Querung des Landschaftsschutzgebietes Kalkberg-Diebachsaue“, sagt Siebert.

GEMEINDE KAUFUNGEN

Bürgermeister Armin Roß (SPD) ist zufrieden mit der Zusammenarbeit mit Tennet. „Wie Niestetal haben auch wir schon im Vorfeld des Planfeststellungsverfahrens unsere Forderungen eingebracht“, sagt Roß. Auf alle Eingaben sei positiv reagiert worden.

So habe das Unternehmen zum Beispiel die Mindestabstände zu Wohngebieten eingehalten, sich an die Parallelführung zu bereits bestehenden Stromtrassen gehalten und auch die Trassenführung weg vom künftig geplanten Gewerbegebiet „Im Nassen“ bei Papierfabrik verschoben, um eine spätere Bebauung nicht zu behindern. „Auch wird Tennet ,Im Nassen‘ die alte 110-kV-Bahnleitung mitnehmen, die dort schon lange im Weg steht.“

GEMEINDEN LOHFELDEN UND SÖHREWALD 

Das geforderte Erdkabel zwischen den Ortsteilen Vollmarshausen (Lohfelden) und Wellerode (Söhrewald) zur Querung des Fahrenbach-Tals in Höhe des Naturfreundehauses wird es nicht geben. Grund: Die notwendigen Mindestabstände zur Wohnbebauung würden eingehalten, sagt Tennet. Immerhin werde dafür in diesem Bereich die alte 110-kV-Bahnstromtrasse mit in die neue Trasse aufgenommen. Dennoch: Lohfelden und Söhrewald fürchten wegen der dort bis zu 91,5 Meter hohen Strommasten „negative Auswirkungen auf das Landschaftsbild wie auf die dortige Tierwelt“, sagen die Bürgermeister Michael Steisel (Söhrewald, SPD) und Michael Reuter (Lohfelden, SPD). Zum Vergleich: Die Masten der alten 110-kV-Anlage dort sind nur halb so hoch.

Bis zu 70 Meter werden auch die Strommasten im Wald westlich von Wellerode messen. Deren Traversen überragen die Baumkronen deutlich. Aus bautechnischen Gründen sei dies allerdings unvermeidlich, sagt Tennet.

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