Partei erreichte mehr als 13 Prozent in drei Kommunen

AfD überholte etablierte Parteien bei Wahlen im Kreis Kassel

Kreis Kassel. Elf Prozent holte die AfD bei der Kreiswahl am Wochenende. In 21 Kommunen konnte die Alternative zweistellige Prozentzahlen vorweisen und überholte damit überall Parteien wie Die Linke und die FDP.

In drei Kommunen konnte sie sogar mehr als 13 Prozent einfahren: In Breuna (13,6), Calden (13,5) und Espenau (13,1).

Auffällig sind vor allem die Ergebnisse im Wolfhager Land: In Breuna machten 13,6 Prozent der Wähler ihre Kreuze bei der Alternative. Der Partei sicherte das kreisweit die meiste Zustimmung in einer Kommune. Im Vergleich: In der Gemeinde im Altkreis Wolfhagen stimmten zusammengenommen nur elf Prozent der Kreis-Wähler für die Grünen, die FDP und Die Linken - während die AfD auf Anhieb mehr als 13 Prozent schaffte.

Auch das geringste Ergebnis für die AfD findet sich im Wolfhager Land: In Naumburg wählten 7,3 Prozent die Partei.

Acht Kommunen einstellig

Geringe Zustimmung fand die AfD nicht nur dort, sondern auch in Oberweser (7,7), in Wahlsburg (8,1) und in Nieste (8,6). Doch auch in diesem Kommunen haben sie etablierte Parteien wie die FDP, die Grünen oder Die Linke teils deutlich überholt. Lediglich in Nieste stimmten jeweils 8,6 Prozent für die AfD und für die Grünen. In insgesamt acht Kommunen holte die AfD einstellige Ergebnisse, jedoch nie weniger als sieben Prozent.

In den Kommunen, in denen die AfD-Spitzenkandidaten leben, konnte die Partei punkten - mit einer Ausnahme. Kreissprecher Florian Kohlweg, der an Nummer eins der Liste stand, lebt in Bad Karlshafen. Dort holte die Partei 11,6 Prozent der Stimmen der Wähler aus dem Kreis. Nummer zwei, Oliver König, lebt in Baunatal, wo die AfD ebenfalls 11,6 Prozent holte. Klaus Pudewell, der auf Platz vier der Liste stand, kommt aus Wolfhagen, wo 12,3 Prozent ihre Stimme der Kreis-AfD gaben. Der einzige Ausreißer findet sich auch hier im Wolfhager Land: Hermann Schaab, Kandidat an Platz drei, lebt in Naumburg, wo die AfD ihr schwächstes Ergebnis einfuhr.

Auf Gemeindeebene trat die Alternative nur in zwei Kommunen an. In Bad Karlshafen holte sie 14 Prozent und damit zwei Sitze im Parlament, in Fuldabrück 7,6 Prozent und ebenfalls zwei Sitze.

Posten für AfD möglich

Die stärkste Fraktion im Kreistag stellt den Vorsitzenden des Gremiums. Bislang und auch künftig wird das die SPD sein. Stellvertreter kamen bisher aus den Reihen von CDU, SPD und Grünen. Theoretisch könnte nun auch die AfD einen Kandidaten für den Posten des Stellvertreters aufstellen.

Auch für die Wahl der Ausschuss-Vorsitzenden und für den Kreisausschuss könnte die AfD Kandidaten vorschlagen, sagt Landkreissprecher Harald Kühlborn. Traditionell leite die drittstärkste Fraktion einen Ausschuss. „Das ist aber keine Regel, sondern lediglich Usus“, so Kühlborn. Die Fraktionen könnten auch gemeinsame Wahlvorschläge einreichen.

„Die AfD wird keinen Ausschuss-Vorsitz bekommen, das wollen wir nicht“, sagt Dieter Lengemann (SPD). „Es liegt auch an uns, wer da oben sitzt.“

Rubriklistenbild: © dpa

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